Mi., 31.12.2014

Händel-Gesellschaft ehrt Musikwissenschaftler für Grundlagenforschung Ein Meer von Informationen aus Münster

Händel-Experten aus Münster (v. l.): Robert Memering, Dr. Dominik Höink und Henrik Oerding (studentische Hilfskraft)

Händel-Experten aus Münster (v. l.): Robert Memering, Dr. Dominik Höink und Henrik Oerding (studentische Hilfskraft) Foto: cws

Münster - 

Musikwissenschaftler Prof. Dr. Jürgen Heidrich beschreibt es als „spektakulär“: das Ergebnis einer Forschungsarbeit am Institut für Musikwissenschaft der Universität in Verbindung mit dem Exzellenzcluster „Religion und Politik“, die jetzt in gedruckter Form vorgestellt wurde. Auf fast 700 Seiten geht es um die Oratorien von Georg Friedrich Händel und deren Aufführungen in der Zeit von 1800 bis 1900 im deutschsprachigen Raum.

Von Chr. Schulte im Walde

Das Buch ist Teil jener Grundlagenforschung zum Thema „Oratorium“, die Dr. Dominik Höink seit Jahren betreibt. Spektakulär ist sie in zweifacher Hinsicht: Zum einen steht ab sofort ein riesiges Meer an Informationen und Fakten zur Verfügung, das von einem großen Pool an Hilfskräften gesammelt wurde und an denen nun detailliert weiter geforscht werden kann. „Die Arbeit dieser Hilfskräfte war äußerst zeitintensiv und kann nicht hoch genug gelobt werden“, so Höink.

Zum anderen entstand diese Arbeit als gemeinsames Projekt der Forscher in Münster und dem South African College of Music in Kapstadt. Dort zeichnet Prof. Dr. Rebekka Sandmeier verantwortlich für das Zusammentragen der Hinweise auf Aufführungen von Händel-Oratorien im 19. Jahrhundert. Ausgangsbasis waren die wichtigsten in dieser Zeit erschienenen Musikzeitschriften, die Seite für Seite durchgesehen werden mussten. Ergebnis: rund 4500 Aufführungen in etwa 300 verschiedenen Städten sind belegt. Und über 3500 Personen, also Sänger, Dirigenten, Bearbeiter sind namentlich erfasst.

Aber was ist daran interessant? „Wer genauer erforschen möchte, was es mit Händels Oratorien beispielsweise hier in Münster auf sich hat, findet in dem Buch die genauen Daten, die Angaben zu den Quellen und oft auch zusätzliche Hinweise, die wichtig sein können“, so Dominik Höink. Das ermöglicht weitere Recherchen zum Beispiel in den Archiven der lokalen Tageszeitungen.

Und so ganz nebenbei: Die Forscher rund um Dr. Höink und Prof. Dr. Sandmeier haben mit ihrer 2008 begonnenen Arbeit prompt den in diesem Jahr erstmals vergebenen Forschungspreis der Internationalen Händel-Gesellschaft mit Sitz in Halle an der Saale gewonnen.

Leserkommentare

Wie bewerten Sie diesen Artikel?

Vielen Dank für Ihre Bewertung.

Nur eine Abstimmung möglich!

Ihre Bewertung wurde geändert.

  • Derzeit 0 von 5 Sternen.
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
Bewertung: 0/5

1 Stern = überhaupt nicht gut; 5 Sterne = hervorragend

Google-Anzeigen

flohmarkt.ms Anzeigen

Schnäppchen und Angebote aus Ihrer Umgebung

Anzeige


http://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/2970342?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F92%2F646285%2F