Bücher zum Begreifen

Mi., 22.02.2012

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Künstlerin lässt Besucher ihre Unikate einmalig anfassen

Bücher zum Begreifen : Künstlerin lässt Besucher ihre Unikate einmalig anfassen

Die münsterische Designerin Linda Kasprowiak macht Bücher zum Anfühlen. Foto: Kasprowiak

Münster - 

Das Museum für Naturkunde zeigt bis zum 15. April die Ausstellung „Dialog im Kontakt“ in Form einer kleinen Inszenierung. Das Besondere: Die vier gezeigten Objekte sind „Fühlbücher zum Anfassen“ für Menschen mit Sehbehinderung.


Die Bücher beschreiben Gedichte von Henrik Nordbrand (Sternbild), Paal-Helge Haugen (Meditationen über Georges de la Tour) und Joseph von Eichendorff (Mondnacht) und sollen die Texte für Blinde und Sehende gleichermaßen erfühlbar machen: durch Prägungen, Falzungen, Ausstanzungen, Papieren mit unterschiedlichen Oberflächen, Strukturen und Farben, teilweise mit Braille-Schrift. Ein begleitender Film zeigt die Entstehung der Fühlbücher, erläutert sie und führt durch die einzelnen Seiten. Die Bücher können einmalig am Aktionstag zur Sonderausstellung „Bionik – Patente der Natur“ am Sonntag angefasst und erkundet werden. Nur an diesem Tag wird die Künstlerin Linda Kasprowiak für Erläuterungen ihrer Unikate zur Verfügung stehen. An den übrigen Ausstellungstagen werden die seltenen Bücher in Vitrinen verschlossen präsentiert und sind somit nur zum Anschauen da. Der Ausstellungsfilm übernimmt die Erläuterungen. „Wir leben in einer übermächtig visuell dominierten Welt, in der wir müde geworden sind, Dinge nur noch mit den Augen zu begreifen. Meine gestalterische Arbeit mit tastbaren Oberflächen versucht spielerisch eine Brücke zu schlagen und dem Bedürfnis der haptischen Wahrnehmung zu entsprechen“, sagt Kasprowiak (geboren 1982 in Gronau) zu ihrem Werk. Die Designerin gewann unter anderem Preise und verschiedene Stipendien für ihre Bücher und stellte diese in der Abteilung „Druckgrafik“ im Deutschen Museum München sowie auf der Frankfurter Buchmesse aus. Kasprowiak lebt und arbeitet in Münster. Die Bücher können am Sonntag (26. Februar) von 9 bis 18 Uhr im Naturkundemuseum, Sentruper Straße 285, angefasst werden.

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