Samtige Bratschenklänge in Bartóks Konzert

Di., 07.02.2012

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Susanne Blumenthal hatte das Studentenorchester fest im Griff / Solist Veit Hertenstein begeisterte

Samtige Bratschenklänge in Bartóks Konzert : Susanne Blumenthal hatte das Studentenorchester fest im Griff / Solist Veit Hertenstein begeisterte

Das Studentenorchester Münster mit Solist Veit Hertenstein an der Viola. Foto: heh

Münster - 

Ein gut gewähltes, in sich stimmiges Programm hatte das Studentenorchester Münster in den Waldorfkonzertsaal mitgebracht. Das Orchester unter Susanne Blumenthal, die auch bei ihrem zweiten Konzert mit diesem Ensemble überzeugte, gefiel durch Homogenität und saubere Intonation. Die Zuhörer erlebten spielfreudige junge Musiker auf der Bühne.


Solist Veit Hertenstein trug mit seiner samtig klingenden Viola seinen Part zum Erfolg des Konzertes bei. Bei Béla Bartóks Konzert für Viola und Orchester strahlte er elegant und trotzdem ein kleines bisschen akademisch in jedem Satz. Der Verführung des dritten Satzes, zu viel derben Csárdáz anklingen zu lassen, widerstand er. Denn Hertenstein ist ein sensibler Violaspieler. Das Orchester begleitete ihn dabei luftig, schickte blitzende Bläsersoli raus und glänzte mit wohlig klingenden Streichern. Die dritte Sinfonie von Johannes Brahms ist ein ziemlich dicker Brocken für ein Studentenorchester. Aber Blumenthal sorgte für Fluss und schlanken Klang, und da ein jeder Musiker hörbar begeistert bei der Sache war, gelang diese Sinfonie. Fließend der erste Satz, ein Fest für die Streicher (unterstützt von den Bläsern) der zweite. Das schöne Zurücknehmen der Phrasenenden im dritten und die gelungenen Wechsel in den Holzbläsern im vierten Satz machten das Werk zu einer exquisiten Visitenkarte für dieses hervorragende Orchester. Zu Beginn hatten die Bläser ausreichend Gelegenheiten, sich von ihrer Schokoladenseite zu zeigen. Denn Igor Strawinskys „Symphonie d‘instruments à vent“ ist ein kleiner Schatz der gepflegten Blasmusik. Ein nicht ganz ernsthaftes, aber sehr unterhaltsames Stück, ohne große virtuose Herausforderungen, aber mit viel vertrackter Rhythmik und eigenwilliger Sprache. Susanne Blumenthal hielt das Orchester gut zusammen, und die Bläser legten das eine oder andere beachtliche Solo vor. Heute Abend ist das Konzert des Studentenorchesters Münster noch einmal zu erleben – wieder um 20 Uhr im Waldorfkonzertsaal in Münster-Gievenbeck

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