Mi., 30.05.2012

Intensiv wie eine gute Sauce Benjamin Bohnsack zeigt seine „Darling Buds of June“ im Stadttheater

Intensiv wie eine gute Sauce : Benjamin Bohnsack zeigt seine „Darling Buds of June“ im Stadttheater

Der gebürtige Münsteraner Benjamin Bohnsack hat eigens fürs Theaterfoyer eine seiner Stimmungsverdichtungen in acht Tagen auf die Wand gemalt. Foto: Gerhard H. Kock

Münster - 

Im Grunde malt Benjamin Bohnsack Bilder wie ein Spitzenkoch seinen Fond kocht. Es heißt, der vegane Spitzenkoch Björn Moschinskis vom „Kopps“ in Berlin lasse seine braune „Sauce“ 20 Stunden einkochen – des intensiven Aromas wegen. Die Gemälde von Bohnsack dauern noch länger – Wochen, oft Monate. Und was er in seine Bilder legt, ist kein Gemüse, kein Gewürz. Seine Gemälde verdichten Gefühle.

Von Gerhard H. Kock

Jedem Gegenständlichen abhold sind es selbstverständlich keine konkreten Emotionen, die bei dem gebürtigen Münsteraner verbildlicht werden. Vielmehr verdichten sich Ideen, Gedanken und Stimmungen wie der Ton-Charakter einer Sinfonie, um sich im besten Fall trotz anstrakter Malerei wieder zu einem lichten Raum zu öffnen. Ein solcher Prozess dauere eben seine Zeit. „Ich male an vielen Bildern gleichzeitig“, erzählt Bohnsack , der in Buldern aufgewachsen ist. Und je nach geistiger oder emotionaler Verfassung greift er sich dann morgens im Atelier je nachdem eine passende Leinwand heraus und malt sie weiter. Oder er beginnt eine neue. Der schwierigste Moment sei „das Loslassen“, also, wann ein Bild als „fertig“ gilt. Seine Arbeit im Theaterfoyer („Meine erste große Wandmalerei.“) erscheint noch nicht fertig. Bohnsack, der heute in Düsseldorf lebt, hat hier die flirrende Lichtstimmungen der Reflexionen des Bodenmosaiks aufgegriffen. An dieser „Leinwand“ hat er lediglich gut eine Woche gearbeitet. Für seine Verhältnisse quasi ein Instant-Bild. Doch trotz der für seine Maßstäbe flüchtigen Malerei ist die Fläche gerade im Zusammenspiel mit den Gemälden an den weiteren Wänden des Theaterfoyers bemerkenswert. Denn erst durch die Husch-Husch-Wandmalerei wird die Intensität und die Dichte der Bilder aus dem Atelier spürbar verstärkt. „Darling Buds of June“ („zärtliche Knospen des Junis“) hat Bohnsack frei nach dem 18. Sonett von Shakespeare seine Ausstellung im Theater genannt. Und in der Tat trifft Knospen auf das Wandbild zu. Die gereiften Gemälde sind die Früchte. Die Vernissage mit Benjamin Bohnsack findet am Freitag (1. Juni) um 18.30 Uhr im Theaterfoyer, Neubrückenstraße 10, statt. Die Ausstellung ist bis zum 8. Juli auch unabhängig vom Besucher der Abendvorstellungen zu sehen. Mehr Bilder zum Thema in den Fotogalerien auf www.wn.de

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