Mo., 24.09.2012

Liegestütze ohne Bratklotz Beim ersten „Wash Up“ in der Alexianer-Waschküche ging es um Fleisch

Liegestütze ohne Bratklotz : Beim ersten „Wash Up“ in der Alexianer-Waschküche ging es um Fleisch

In der Waschküche: (v. l.) Guido Ritter, Franziska Röchter und Herbert Beesten Foto: heh

Münster - 

Am Anfang stand Herbert Beestens Ode über die Frikadelle. Ein echter „Bratklotz“, für „38 Cent“ zu kaufen. Das Wort klingt nach harter Fleischsubstanz, lässt an schwarzbraune Krusten und betonartige Füllung denken. Wenn Herbert Beesten das beliebte Fleischbällchen so nennt, mundet es wohl auch den Nicht-Vegetariern nicht, die am Freitag in der Alexianer-Waschküche in der Überzahl waren.

Von Heike Eickhoff

Überhaupt stand das Fleisch im Mittelpunkt der ersten „Wash Up“-Veranstaltung: „Vegetarismus: Ein Muss?“ Moderator Herbert Beesten , seit zwei Jahren selbst Vegetarier, hatte die Lyrikerin Franziska Röchter, bekennende langjährige Vegetarierin, und den fleisch­essenden Ernährungswissenschaftler Prof. Dr. Guido Ritter eingeladen. Dass Vegetarier keine Schwächlinge seien, betonte Franziska Röchter: „Ich schaffe 60 Liegestütze!“ Und um die Runde auf der kleinen Bühne ein bisschen aufzuheizen, provozierte sie schmunzelnd: „Fleisch essen ist steinzeitlich“. Aber auch Ritter bekannte: „Ohne Fleisch ist man nicht mangelernährt, es gibt genug andere Sachen, die das Fleisch voll ersetzen“.

Ein fiktiver Ausblick auf eine Zukunft mit eingeschränktem Fleischkonsum aus der Feder Beestens stand am Anfang. Fleischessen „auf Lizenz“ , Bezugsscheine für die „Fleischnehmer“, die das Fleisch der „Fleischgeber“ nur nach entsprechender Schlachtprüfung konsumieren dürfen. Makaber, anscheinend lächerlich und irgendwie gar nicht so unrealistisch gedacht.

Ritter erklärte, welche körpereigenen Mechanismen dafür sorgen, dass bei bestimmten Gerüchen das „Wasser im Munde zusammenläuft“, und wie die Prägung auf Geschmäcker in der frühen Kindheit erfolge. Röchter konterte mit den überregional erhältlichen Fastfood-Produkten für Kleinkinder, die in hübschen Gläschen bereits die kindliche Zunge auf einen einheitlichen Geschmack prägten. Stimmt allerdings, gab Ritter zu. Neben der Energieversorgung werde der Fleischkonsum zum größten Thema der Zukunft, ist er sicher.

Ein bisschen mehr Provokation hätte der sympathischen Runde allerdings nicht geschadet.

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