Mi., 07.11.2012

Das schöne Nest beschmutzen Tilman Rademacher und Hanno Endres wollen mit „Münster morbid“ hässliche Seiten der Stadt zeigen

Das schöne Nest beschmutzen : Tilman Rademacher und Hanno Endres wollen mit „Münster morbid“ hässliche Seiten der Stadt zeigen

Kopf ab: Genau wie es im historischen Rathaus Tradition ist, soll Model Elsi Spring den Gockel köpfen und einen Schluck nehmen. Nur, dass Foto: Gerhard H. Kock

Münster - 

Münster ist so schön, es ist kaum auszuhalten. Für Künstler mit Hummeln im Hintern jedenfalls. Der nach eigenem Bekenntnis unterbeschäftigte Schauspieler, Sprecher und Regisseur Tilman Rademacher agiert als agent provocateur in der Idylle und Fotograf Hanno Endres ist sein williger Vollstrecker. Jetzt gab es zwischen Dom und Rathaus das letzte Fotoshooting von „Münster morbid“. Blut geflossen ist noch nicht.

Von Gerhard H. Kock

Denn das diabolische Duo zeigt im Internet schon mal, wohin die Reise geht: „Diese Webseite enthält ausdrücklich verstörendes Material“, warnen die beiden Münsteraner. Und in der Tat wird bei den bislang fertiggestellten zehn Bildern ordentlich zugelangt. „Episode 1“ zeigt unter dem Titel „O alte Burschenherrlichkeit“ einen süchtigen Burschen, der sich vorm Schloss einen Schuss in die Blutbahn setzt. Die sechste Episode zeigt einen katholischen Geistlichen mit einem heulenden Kind an der rechten Hand unter dem Titel „Selig“. Und unter sieben folgt beim „Sendvergnügen“ sexueller Konsum. Da sind der schwule Kuss zweier Fans von Preußen Münster und VfL Osnabrück unter dem Titel „Westfälischer Frieden“ und ein rabiater Fahrraddieb beim „Radanfall“ fast schon zahm. Immerhin wurde die Polizei schon vorstellig bei „Episode 10“. Unter „Vorsicht Toter Winkel“ schießt ein Autofahrer auf einen Radler. Das Hantieren mit der Waffe wurde beobachtet, zwei Streifenwagen rückten an, die Hände der morbiden Münsteraner mussten erst mal aufs Blech. Zum Glück war die Waffe nur Spielzeug . Rademacher will die „Nestbeschmutzung“ zelebrieren; Endres meint, man wolle mit den Fotos den Münsteraner auch die „Augen öffnen“. Ob die Provokation funktioniert, wird sich zeigen. Zunächst wird am kommenden Sonntag beim „Reset 4“-Festival ein Kalender vorgestellt. Die ersten Postkarten sind bereits in Umlauf. Als letztes Motiv wird Model Elsi Spring (wie damals Schockrocker Ozzy Osbourne) einem Vogel den Kopf abbeißen – bildlich.   | www.muenster-morbid.de

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