So., 25.11.2012

Garant für vollendeten Chorgenuss Der Kammerchor Münster bestätigte mit der Schütz-Aufführung in St. Stephanus seinen Rang

Münster - 

Der Kammerchor Münster unter Hermann Kreutz ist seit Urzeiten ein Garant für vollendeten Chorgenuss und zelebrierte am Samstag wieder, scheinbar mühelos, ein anspruchsvolles Konzert. Lobenswert: Weder Klang noch Intonation ließen nach – dabei ist der Kammerchor nicht allzu üppig besetzt. Doch die engagierten Musikliebhaber verfügen hörbar über eine sehr solide stimmbildnerische Ausbildung und sind deshalb so ziemlich jedem Programm, das Hermann Kreutz aus seinem reichen Erfahrungsschatz zaubert, gewachsen.

Von Heike Eickhoff

Heinrich Schütz schrieb seine Musikalischen Exequien für den verstorbenen Landesherrn und verwendete deutsche Texte, damals eine Neuerung. Immerhin sieben Solisten sind neben dem Chor nötig. Gregor Hollmann entlockte dazu der kleinen Orgel schöne Klänge und ließ ein paar Mal den erstklassigen Solisten am Tasteninstrument, der er ist, durchblitzen. Klaus Mader fügte mit dem Chitarrone tiefe, sauber gezupfte Töne hinzu und Antje Plieg-Oemig sorgte am Violone für einen etwas zurückhaltenden Bass. Tenor Nils Giebelhausen startete in die Into­natio: „Nacket bin ich von Mutterleibe kommen“, Tenor Henning Kaiser und Bassist Mathis Koch ließen diesen Text anschließend mit ihm als versiertes Trio hören. Der Chor gefiel in allen „Cappella“-Passagen. Da konnten weder die vertrackte Polyphonie noch ein paar halsbrecherische Modulationen, die Schütz eingebaut hat, für Unruhe sorgen. Die Soprane Jessica Jans und Anna Bürk gefielen sehr, gingen schlank und deutlich artikulierend ans Werk und verzichteten auf unnötigen Schnickschnack. Kreutz hätte das sicher auch nicht durchgehen lassen. Altist Moritz von Cube und der Bassist Uwe Birkhahn vervollständigten die Solistenriege. Uwe Birkhahn sorgte mit großer Bühnenpräsenz für einen der vielen Höhepunkte mit „Unser Leben währet siebenzig Jahr“ – musikalisch extrem vital angelegt. Im zweiten und drittem Teil hat Schütz die Sänger in zwei Chöre unterteilt, und auch dies war für den Kammerchor kein Problem. Johann Christoph Friedrich Bachs Motette „Wachet auf, ruft uns die Stimme“ stand am Beginn des Konzerts, Dietrich Buxtehudes Missa Brevis folgte. Kurz und knapp: Beides gelang ebenfalls ausnehmend gut und bestach durch entspannte Sicherheit. Am 28. Dezember ist der Kammerchor Münster unter Hermann Kreutz mit Heinrich Schütz‘ Weihnachtshistorie in der Erphokirche zu Gast.

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