Mi., 20.02.2013

Verneigung vor einem verfemten Künstler Viertes Sinfoniekonzert präsentierte Werk von Günter Raphael

Münster - 

Mozarts „Jupitersinfonie“ krönte das vierte Sinfoniekonzert am Dienstagabend. Das Sinfonieorchester Münster startete unter Gastdirigent Gabriel Feltz freudig in den ersten Satz, allerdings schienen die hohen Streicher noch etwas uneinig über einige Ton-Enden. Doch schon nach wenigen Takten strahlte alles in festlichem Glanze – durch die in der Mitte postierten Celli und die rechts und links außen verteilten Violinen mit zusätzlichem Klangreiz versehen. Vielleicht dem Wetter geschuldet, nutzten viele Zuhörer die winzige Pause vor dem dritten Satz als Hustenpause, bevor es mucksmäuschenstill in das Menuetto ging. Am Ende zeigte sich das Publikum im Großen Haus schlichtweg begeistert.

Von unsererMitarbeiterinHeike Eickhoff

Der Komponist Günter Raphael hatte im Dritten Reich Berufsverbot. Geiger Kolja Lessing macht sich seit langem für die Musik verfemter Komponisten stark und war an diesem Abend mit Raphaels Violinkonzert C-Dur (op.21) in Münster zu Gast. Das klein besetzte Orchester weist keine Violinen auf, so dass die Solovioline im deutlichen Klangkontrast zu den anderen Streichern steht. Lessing ist in dieser besonderen, dem frühen 20. Jahrhundert verhafteten Musikwelt wirklich zu Hause und genießt mit schlankem Ton jede Phrase. Raphaels Violinkonzert hatte nach dem opulenten Eröffnungsstück allerdings auch eine etwas schwierige Position im Konzertablauf. Mit „Tod und Verklärung“ von Richard Strauss hatte der Abend mit viel Klang, Emotionen und großer Besetzung begonnen. Feltz zog hier beeindruckend alle Register.

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