Mi., 17.07.2013

Fotoaktion für „Münster morbid“ Wenn die Diva böse guckt

Hanno Endres fotografiert Sigrid Schnegelsiepen-Sengül vor dem Theater

Hanno Endres fotografiert Sigrid Schnegelsiepen-Sengül vor dem Theater Foto: Peter Sauer

Münster - 

Im Nerz bei sommerlichen 23 Grad, im extravaganten roten Kleid mit Fuchsfell, dazu die Haare hochtoupiert wie einst Amy Winehouse: So jemand fällt ins Auge zwischen Stadttheater und Apostelkirche. Auch deshalb, weil Sigrid Schnegelsiepen-Sengül umringt ist von Kameras.

Von Peter Sauer

Fotograf Hanno Endres ( Kamera ) und Tilman Rademacher (Regie) von „ Münster morbid“ sind wieder unterwegs. Sie sind auf der Suche nach den anderen Münster-Motiven, den Bildern fernab der Hochglanz-Idylle. Mit ihrem „Münster morbid“-Kalender 2013 sorgten sie nicht nur für neue Münster-Sehgewohnheiten, sondern für einen Verkaufsschlager und bundesweite Presse. Folgerichtig gehen sie jetzt die Motive für den Kalender 2014 an.

Dazu wurde Münsters Opern- und Schauspieldiva Sigrid Schnegelsiepen-Sengül (70) in Szene gesetzt, in Kombination mit dem Stadttheater, an dem sie 15 Jahre wirkte. Mit einem heimischen Lifestyle-Magazin in der Hand, das sie wie eine Partitur hält, stimmt sie eine Opernarie aus Nabucco an. Ein Bild für die Götter, wenn da nicht die arg traurige Miene wäre und ein Bettlerhut vor ihr, in dem sich einige Cent-Stücken und ein Fünfzig-Euro-Schein tummeln.

Die vielen Bettler und Straßenverkäufer in Münsters Innenstadt haben Endres und Rademacher zu dem Motiv inspiriert, das sie mit der Spardebatte am Stadttheater kreuzen. „Ja schau mehr zur Seite, ernster, noch ernster“, gibt Endres seinem Model vor. Die Diva kontert: „Sag doch gleich, das ich böse schauen soll!“ Ihre Miene ist grimmig wie die vom bösen Klaus Kinski.

„Ich mache hier mit, damit die Menschen spüren, wie schnell jeder, etwa durch einen Schicksalsschlag, zum Bettler werden kann“, sagt die Fotografierte. Die Spardebatte am Theater findet sie unmöglich.

Endres ist begeistert: „Sie ist ein hellwaches Model. Zack, ist sie da, mit genau der richtigen Bewegung und dem richtigen Ausdruck.“ Auch, als Regisseur Rademacher für das „Making of“-Video mit ihr einen künstlichen Streit vom Zaun bricht, der die Fehde zwischen Kinski und Filmemacher Werner Herzog persifliert.

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