So., 14.07.2013

Kultur auf dem Aasee-Schiff Heute an Bord, morgen geht’s fort ...

„Käpt’n“ Andy Strauß moderierte den Abend an Bord. Die „Walking Blues Prophets“ kurvten derweil im Tretboot-Schwan klampfend ums große Schiff.

„Käpt’n“ Andy Strauß moderierte den Abend an Bord. Die „Walking Blues Prophets“ kurvten derweil im Tretboot-Schwan klampfend ums große Schiff. Foto: zin

Münster - 

Eine Seefahrt, die ist lustig. Besonders dann, wenn es sich um den Aasee handelt und zwischen Wein und Witzigkeit kulturelle Häppchen serviert werden. Dass „Käpt’n“ Andy Strauß, der Poetry-Slammer und Lokalmatador, sich in bester Laberlaune durch die Moderation des Kulturabends kalauerte, war da nur das Sahnehäubchen. Ein munteres nächtliches Bootsvergnügen bei bestem Wetter, das beim überwiegend jungen Publikum bestens ankam.

Von Arndt Zinkant

Am Freitag hieß es „Leinen los!“ an der Goldenen Brücke – zwei Kultur-Touren hintereinander, doch erst bei der zweiten um 21 Uhr war als Stargast der Comedian Knacki Deuser („Night Wash“) mit an Bord. Das „Little Teaser“-Konzept der Kulturhäppchen stammte vom Designer Philipp Schmidt , der es bereits im letzten Jahr in der Pension Schmidt realisierte. Er griff zwischen einigen Band-Kollegen (z. B. Fabian Kick) auch selbst zur Gitarre, um von ihm vertonte Lyrik eines E.E. Cummings zu singen. Rau und laut. Was vorne aus der Box um die Ohren fetzte, kam achtern aber kaum hörbar an.

Morina Miconnet, die quirlige Sängerin, spielte ohnehin ohne Verstärker und zeigte eine schöne Bandbreite an Stilen. Auch einen kecken französischen Walzer hatte sie auf den Lippen; der passte bestens zur Weinseligkeit von Andy Strauß , dem als Conférencier vieles zufiel: Auf nicht vorhandene Sicherheitswesten hinweisen oder die Bilder zweier Illustratorinnen präsentieren (die visuelle Kunst mit ins Boot zu holen, war sympathisch, ging aber als Konzept nicht auf). Musik lauerte dafür an jeder Ecke. Erst kurvten die „Walking Blues Prophets“ im Tretboot-Schwan klampfend um das Boot herum, dann ließ sich „December Peals“ an der ersten Anlegestelle hören, wo ein Sushi-Imbiss vom Restaurant Tokyo Acacia lockte. Längster Showact aber war Knacki Deuser, der unserer alternden Gesellschaft eine lange Nase drehte: Wenn man sich auf Kölns „Senioren-Truppenübungsplatz“ um die Tauben balgt, oder Mutti ihren Sauerbraten nur auf dem iPad serviert, kann es so schlimm nicht mit uns stehen!

Mit Einbruch der Dunkelheit war die Kulisse am Ende einfach ideal für die Feuershow von Anna Oestreich, die einen Tanz mit brennenden Fächern zeigte. Das nennt man heiße Sinnlichkeit…

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