Tänzer testen ihren Tanz
Bürkle und Soler erarbeiten fürs Pumpenhaus eine Choreographie über „Begegnung“

Münster -

Ungewöhnlicher Werkstattbesuch: Mit den Fahrrädern ging es am Sonntag für gut zwei Dutzend Menschen vom Theater im Pumpenhaus über verwinkelte Wege zum Proberaum am Hoppengarten. Dort präsentierten die beiden Darsteller und Choreographen Felix Bürkle und Vicent Gisbert Soler eine geräuschlose 18-Minuten-Sequenz aus ihrer 60-Minuten-Performance „You, the other“, die am 1. November in Münster Premiere haben wird. Es ist ein Vorentwurf, aus den Proben der vergangenen vier Wochen. Der Clou: Er wird im Anschluss mit dem Publikum bei Kaffee und Apfelschorle erörtert.

Dienstag, 30.07.2013, 11:07 Uhr

Stellten sich  der Kritik der Zuschauer (v. r.): Vicent Gisbert Soler und Felix Bürkle
Stellten sich  der Kritik der Zuschauer (v. r.): Vicent Gisbert Soler und Felix Bürkle Foto: pesa

Ein Mann ( Bürkle ) schreitet auf nackten Füßen vorsichtig suchend in den Raum hinein. Dicht gefolgt von einem zweiten Mann ( Soler ). Sie tasten sich langsam ab, ziehen sich an, stoßen sich ab, pressen aneinander, schieben sich weg, geben sich Halt, lassen wieder voneinander. Die Zusammentreffen werden kraftvoller und kämpferischer, wie heftig glühende Magnete. Auf auch innige zärtliche Formen folgen umso kraftvollere des Nicht-Voneinander-Lassen-Könnens.

Ein Signalton beendet nach 18 Minuten diese unter die Haut gehende non-verbale Kommunikation voller Bewegungen in einer Beziehung zwischen zwei Menschen, die scheinbar nicht miteinander und nicht ohne einander können. Fast immer haben Bürkle und Soler ihre Augen geschlossen. Ihnen geht es um die Motivation von Bewegungen.

Nun ist das Publikum dran. Im Stuhlkreis teilen sie den beiden Künstlern ihre Eindrücke mit. Manche Zuschauerinnen haben mit dem hohen Energie-Level so ihre Probleme, bemängeln, dass es zu wenige ruhige Momente und zu viel „Gerangel“ gibt. Andere sehen in der Performance, wie abhängig Menschen von anderen Menschen sind, auf der Suche nach Halt im Leben, beim Aufbau einer Beziehung oder bei Machtspielen, um Kontrolle über andere zu bekommen und Körper zu manipulieren. Manche Zuschauer gehen einen Schritt weiter. Sie interpretieren die Performance als „Möglichkeit sich zu verlieren und neu zu begegnen“.

Das Stück „You, the other“ ist bei weitem noch nicht fertig. So wird etwa noch Musik zu den Szenen hinzugefügt werden. Es wird spannend zu sehen, wie Bürkle und Soler die Eindrücke des Testpublikums in die weitere Arbeit einfließen lassen.

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