So., 15.12.2013

Wer ist schon gern allein, mitten auf dem Atlantik? Das Trio „Blosewind“ und Toto Hölters sponnen reichlich Seemannsgarn im Kleinen Bühnenboden

Das Trio feierte die 25. Ausgabe ihres Programms „15 Mann auf des toten Manns Kiste“ (v. l.): Hein Blosewind (Marcel Langenohl), Jan Blosewind (Guido Kolk) und Florian Silbermöwe (Detlef Sult).

Das Trio feierte die 25. Ausgabe ihres Programms „15 Mann auf des toten Manns Kiste“ (v. l.): Hein Blosewind (Marcel Langenohl), Jan Blosewind (Guido Kolk) und Florian Silbermöwe (Detlef Sult). Foto: bhe

Münster - 

Nordsee, Ostsee und die Sieben Weltmeere werden total überschätzt – das finden „Die Blosewinds“. Schließlich ist Münster, wenn es nach dem „kleinsten Shantychor der Welt“ geht, ebenfalls eine Hafenstadt. Mit dem „Aasee-Lied“ belegen die drei auch flugs, warum das so ist: „Stadt am See, fast in Küstennäh‘...“, heißt es in dem Song. Nicht umsonst trägt schließlich der Kiepenkerl „navyblau“, das muss doch ein Zeichen sein!

Von Brigitte Heeke

Hein Blosewind ( Marcel Langenohl ), Jan Blosewind (Guido Kolk) und Florian Silbermöwe (Detlef Sult) feierten am Samstagabend im Kleinen Bühnenboden die 25. Ausgabe ihres Programms „15 Mann auf des toten Manns Kiste“, das maritime Geschichten und Gedichte von Joachim Ringelnatz, gelesen von Toto Hölters , mit Shantys und Comedy der Blosewinds vereint.

Die Musiker nahmen weihnachtliche und andere Popsongs auf die Schippe, fragten à la Grönemeyer „Wann ist man ein Seemann?“, besangen wie die Scorpions den „Blosewind of Change“ und machen auch vor „Last Christmas“ nicht halt. Praktische Tipps für das Matrosen-Dasein gab das Trio zum Thema „Ernährung auf hoher See“, etwa für die Zubereitung von Fischstäbchen (kross gebraten!) oder den passenden Inhalt des Picknickkorbs für einen Segeltörn (besser Zwieback als Labskaus!).

Vom verträumten „Als ich noch ein Seepferdchen war“ bis zum schwarzhumorigen „Silvester bei den Kannibalen“ sponn Toto Hölters Ringelnatz’sches Seemannsgarn und nahm das Publikum mit auf die Reisen des sagenhaften Kuttel Daddeldu, der schon so manche Buddel Rum geleert hat.

Auf die wehmütige Erzählung von „Charly Brand, ahoi!“ über eine enttäuschte Liebe antworteten die Blosewinds mit dem Abschiedssong „Vier Stunden vor Elbe“ der Band „Element of Crime“: „Wer hat eigentlich die Seemannsromantik erfunden? Niemand ist gerne allein, mitten auf dem Atlantik.“

Obwohl die Blosewinds den „Hamborger Veermaster“ nach eigenen Aussagen nur aus dem Fernsehen kennen, brachten sie auch die Klassiker wie „What Shall We Do with the Drunken Sailor“ oder „Auf der Reeperbahn nachts um halb eins“ zu Gehör, in ihrer eigenen Lesart mit Glockenspiel, a cappella oder begleitet von Akkordeon und Gitarre. Stimmkräftige Unterstützung kam vom Publikum, das sich fleißig an der kurzweiligen Jubiläumsvorstellung beteiligte und reichlich applaudierte.

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