Es gibt nicht nur Putin
Russische Filmtage im Schloßtheater zeigen ein anderes Russland

Münster -

„Russland ist mehr als Putin“, sagt Gudrun Wolf von der Gesellschaft zur Förderung deutsch-russischer Beziehungen Münster (DRG). Doch die Okkupation der Krim überschattet die sechsten „Russischen Filmtage“, die am Freitag im Schloßtheater eröffnet werden und bis um 30. März dauern. Wolf: „Wir sind alle sehr entsetzt und beunruhigt.“

Montag, 10.03.2014, 18:03 Uhr

Wolf betont aber, dass das Putins Russland keinen Einfluss auf die Auswahl hatte. „Wir arbeiten ausschließlich mit Nicht-Regierungsorganisationen zusammen. Trotzdem besteht die Sorge, dass in den Köpfen der Menschen Putin und Russland gleichgesetzt werden könnte: „Wir hoffen, dass die Leute trotzdem in die Filme kommen und unterscheiden, was die russische Regierung macht und was die Leute.“

Da passt es gut, dass bei diesen Russischen Filmtagen die jungen Filmemacher zu sehen sein werden. Die fünf aktuellen, auf internationalen Festivals prämierten Filme einer neuen Generation von russischen Filmschaffenden spiegeln die thematische Vielfalt und ästhetische Bandbreite des zeitgenössischen russischen Kinos jenseits des Mainstreams wider. Das Programm vermittelt ein anderes, vielfältiges und zugleich kritisches Bild der modernen russischen Gesellschaft als das vom Kreml bestimmte.

Der Eröffnungsfilm ist die preisgekrönte Tragikomödie „Der Geograf hat den Globus versoffen“. Vor dem Hintergrund der Kulissen der postsowjetischen Industriestadt Perm und den gewaltigen Dimensionen der unberührten Natur des Ural erzählt der Film die Geschichte des Erdkundelehrers Viktor, eines liebenswerten russischen Anti-Helden unserer Zeit. Die 17-jährige Hauptdarstellerin, Anfissa Tschernych , wird im Anschluss an die Vorführung mit dem Publikum diskutieren.

In der Groteske „Vor uns die Sintflut. Ein apokalyptisches Märchen.“ warten Dorf-Bewohner auf eine Apokalypse, die niemals kommt. Der poetische Film „Das Meer“ beschwört die Nostalgie einer verschwindenden Welt der russischen Nordmeerküste. Nach Motiven von Liedern der russischen Kultband „Kino“ erzählt das Coming-of-Age-Drama „Die Nichtstuer“ von der Leichtigkeit und Dramatik des Jungseins. Die Kurzfilme „Erzählungen“ vereinen im Spiel mit Film-Genres vier Geschichten zu einer Satire auf Missstände im heutigen Russland, heißt es in einer Pressemitteilung.

Vier Kurzfilme von Studierenden der Filmhochschulen Moskaus (WGIK) und St. Petersburgs (SPB KIT) zeigen, was die heranwachsende Generation russischer Filmschaffender bewegt. Als Highlight zum Abschluss der Filmtage wird der Stummfilmklassiker „Die Mutter“ (1926) von Wsewolod Pudowkin gezeigt, live begleitet von einer Klangcollage des „Duo Seiden-Straße“.

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Karten unter ✆ 225 79 oder an der Kasse vom Schloßtheater. Alle Filme werden im Original mit deutschen Untertiteln gezeigt. Auf auf Wunsch können Schulvorstellungen in Münster und im Umland organisiert werden. 

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