Di., 22.07.2014

Dyckburgkonzert mit Werken von John Dowland „Feine Sachen für Damen“

Münster - 

Glockenklar tönt die einfühlsame Stimme der Sopranistin Renata Grunwald durch die Dyckburgkirche Mariä Himmelfahrt, virtuos begleitet von Ingo Negwer an der Renaissancelaute. Die Zuschauer im gut besetzten Gotteshaus lauschen ergeben den Klängen und scheinen manchmal regelrecht in andächtige Stimmung zu kommen. Zu schön ist das, was sie hören. Sie lassen es in sich länger nachklingen und applaudieren zuweilen erst nach Momenten kontemplativen Innehaltens, dann aber mit Begeisterung.

Von Michael Schardt

Auf dem gut einstündigen Programm standen ausschließlich Schöpfungen des englischen Komponisten und Lautisten John Dowland , die er um das Jahr 1600 erschaffen hat. Titelgebend war der Song „Fine Knacks for Ladies“ aus dem zweiten von vier Liederbüchern, in denen die Werke des Briten überliefert sind.

John Dowland war einer der bedeutendsten Komponisten während der Elisabethanischen Ära und hat mit seinen Werken für Laute und Gesang die europäische Musikgeschichte entscheidend beeinflusst. Seine Hoffnung, zum Königlichen Lautisten am Hofe Elisabeths ernannt zu werden, erfüllte sich bei den ersten beiden Bewerbungen nicht. Deshalb fiel sein damals übliches Widmungslied an die ihm offenbar nicht wohlgesonnene Regentin besonders kurz aus. Ein Akt „musikalischer Rache“. Diese royale Minikomposition und einige weitere Stücke trug Negwer solo an der Laute vor.

Zum Repertoire gehörten auch die bekanntesten Arien Dowlands, die traurig-schönen Lieder „I saw my Lady weeping“ und „Flow my ­Tears“. Sie wurden so inbrünstig-melancholisch gesunden, dass sie die gedrückte Gemütsstimmung des unglücklich liebenden Komponisten genau getroffen haben dürften.

Renata Grunwald und Ingo Negwer treten schon lange gemeinsam auf. Sie studierte Kirchenmusik und Alte Musik in Greifswald und Leipzig , er Musikwissenschaft und Geschichte in Bochum, um später über Mersennes „Harmonie universelles“, ein Lautenthema, zu promovieren. Neben vielfältiger konzertanter Tätigkeit in verschiedenen Formationen leiten die Künstler Musikschulen nahe Frankfurt.

Das Publikum in der Dyckburgkirche war hin und weg.

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