Sa., 20.09.2014

Ausstellung „hbf - häuser | bilder | fenster“ im Bahnhofsviertel eröffnet Jetzt bauen auch die Künstler noch

Bau-Managerin: Inga Krüger bringt Verwirrung in die Baupläne rund um den Bahnhof, in dem sie ihr Projekt „Alaska“ unter die Leute bringen will.

Bau-Managerin: Inga Krüger bringt Verwirrung in die Baupläne rund um den Bahnhof, in dem sie ihr Projekt „Alaska“ unter die Leute bringen will. Foto: Gerhard H. Kock

Münster - 

Kasper König gehört nicht dazu. Und doch passt es. Es scheint: Immer wo internationale zeitgenössische Kunst in Münster stattfindet, taucht der Kurator der Skulptur-Projekte auf. So auch am Freitagmorgen beim Rundgang „hbf – häuser | bilder | fenster“. Und neugierig und lebendig wie der 70-Jährige ist, posierte er gleich als Kunstwerk.

Von Gerhard H. Kock

Das kann bis zum 28. September allerdings jeder machen – Kunstruhm für 24 Stunden. Mathias Spaan hat bei Foto Köster seinen Computer aufgestellt. Der macht jeden Tag um 15 Uhr ein Foto und zeigt es 86400 Sekunden lang auf einem großen Bildschirm.

Direkt dahinter hat die U-Bahn-Baustelle von Sabine Klupsch und Sascha Unter schon für Unruhe gesorgt. Soll der Bahnhof unterirdisch werden à la Stuttgart? Warum hat die Bahn nicht informiert? Darum geht es den Künstlern: „Es gibt so viele Baustellen in Münster , dass es viele nicht mehr interessiert.“ Immerhin: Erste Wutbürger haben sich schon gemeldet.

Apropos bauen: Auch Inga Krüger kreist um Bauvorhaben. Sie will „Alaska – die Visitenkarte der Stadt“ voranbringen, ein Projekt, das zwischen realen Bauvorhaben und prognostizierten Planungen hin und her wechselt. Die „Managerin“ verteilt Visitenkarten und ist über ✆ 01 60 / 8 46 12 14 erreichbar.

Auch Philipp Höning hat einen „Bau“ erstellt. Der ist allerdings schon wieder abgerissen. Worden. In die Kolonnaden am Bremer Platz hatte er Rigips-Platten verkantet installiert. Mit diesem brüchigen Material in den soliden Klinker-Säulen wollte er darauf aufmerksam machen, das früher solidere Materialien verbaut wurden und heute viel Scheinsolidität gebaut wird.

Und noch mal Bau: Gesche Karnick und David Oppermann zeigen im edlen Kaiserhof ein Video mit zwei Bauarbeitern an Presslufthämmern. Ferner haben sie in Schaufenstern der Windthorststraße den Schriftzug „Innenstadt demöblieren“ angebracht. Laut Karnick richte sich die Aktion gegen „Möbel“, die den Aufenthalt unangenehm machen, wie Bänke ohne Lehnen oder nächtliche Sprühautomaten in Kaufhauseingängen gegen Obdachlose.

Dafür lässt es Sabine Huzikiewiz Papier regnen. Aus zwei, drei Druckern im Bahnhofsviertel segeln Papiere auf die Passanten herab – als poetische Gesten. So kann auf einem Blatt Papier das Foto eines Blatt Papiers abgebildet sein. Gesteuert wird die Aktion per W-Lan von der Künstlerin, die in der Alexianer Waschküche sitzen wird.

In eine Konzerthalle verwandelt Kristine Marie Aasvang aus Olso den Hamburger Tunnel. Die Norwegerin hat ihre Stimme aufgenommen und eine gleichsam sakrale Klanginstallation gestaltet. Erst klingt die Stimme wie ein Lied, später wie Kirchenglocken. Ihr Stimme erhebt auch Stephanie Sczepanek. Täglich um 16 Uhr hält sie an Münsters Speakers Corner (gegenüber Lackkunstmuseum) eine improvisierte Rede ans Volk. Suchan Kinoshita wird im Südtunnel des Hauptbahnhofs eine Performance machen, und Vanja Smiljanic in den Parkhäusern Engelenschanze und Bahnhofstraße. Die Serbin wird mit Außerirdischen Kontakt aufnehmen.

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Die Arbeiten sind bis 28. September zu sehen. Führungen sind Samstag (20. September) um 18, 20 und 22 Uhr sowie Sonntag (21. September) um 16 Uhr.

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