Rjasaner Theater bei Late Night im Borchert-Theater
Honecker war ahnungslos

Münster -

Die zweite Edition der Late-Night-Reihe „Das rote Sofa“ im Borchert-Theater präsentierte ein einstündiges deutsch-russisches Kulturprogramm. Mitwirkende waren vier Akteure des renommierten Dramentheaters aus Münsters russischer Partnerstadt Rjasan sowie Schauspieler Jürgen Lorenzen vom Borchert-Theater. Lorenzen las nuancenreich Texte von Wladimir Kaminer aus den 90-er Jahren, während die Gäste russische Lieder und Tänze beisteuerten oder Gedichte von Sergej Alexandrowitsch Jessenin in Originalsprache deklamierten, dem bekanntesten Autor der Region Rjasan.

Donnerstag, 30.10.2014, 19:10 Uhr

Die deutschen Übersetzungen wurden mit Beamer auf eine Leinwand projiziert, leider nicht immer synchron. Zu einer darstellerischen Zusammenarbeit kam es aber auch, wenn die Gastschauspieler auf Russisch kleine Alltagsdialoge sprachen, die Kaminer in seinen Texten Russen in den Mund gelegt hatte, die – wie er – vor der Jahrtausendwende in Berlin lebten.

Tanja Weidner , die das Programm erarbeitet hat, berichtete in ihrer Begrüßung davon, dass sich die deutsch-russische Zusammenarbeit recht spontan ergeben habe. Man habe nicht einmal zusammen proben können, da sich das Ensemble nur wenige Tage mit diversen Aufführungsvorhaben in der Domstadt aufhalte. Außerdem sei die Verständigung nicht einfach gewesen, wenn der eine die Sprache des anderen nicht verstehe.

Schwerpunkt des Abends bildeten Kaminer-Geschichten aus dem titelgebenden Band „Russendisko“, die nach einem knappen Vierteljahrhundert doch etwas aus der Zeit gefallen scheinen. Da geht es um ironisch-lustige Erlebnisse bei Einbürgerungen russisch-jüdischer Immigranten in Ostberlin , von denen „wohl nur Honecker nichts geahnt“ habe, um die Charakterisierung russischer Bräute, die deutsche Männer ehelichten, oder um Telefonsexangebote, die von russischen Frauen („oft Schauspielerinnen“) bedient wurden.

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