Mi., 29.04.2015

„Literatouren Münsterland“ im Rahmen des Poetry-Festivals Prinzipalmarkt ist ein Dorf

Vier Schreiber für die Literatouren (v.l.): Burkhard Spinnen, Andreas Weber, Ulrich Janetzki und Hermann Mensing

Vier Schreiber für die Literatouren (v.l.): Burkhard Spinnen, Andreas Weber, Ulrich Janetzki und Hermann Mensing Foto: Helmut Jasny

Münster - 

Das Land der Tödden mit der Seele suchen – das hat sich (frei nach Goethe) der münsterische Slam-Poet Andreas Weber vorgenommen. Jenen Landstrich um Hopsten, Recke und Mettingen, wo er als Kind so manche Familienfeier absitzen musste. Und der ihm lange Zeit derart trostlos erschien, dass er dort nicht „tot übern Gartenzaun hätte hängen wollen“. So zumindest formulierte er es in seinem Text für die „Literatouren Münsterland“ im Rahmen des Poetry-Festivals am Dienstag in der Stadthausgalerie und schob noch einige satirische Betrachtungen über den Hermannsweg, Almhütten ohne Alm und die Tragik von Schützenfesten nach.

Von Helmut Jasny

Der heute in Berlin lebende Literaturwissenschaftler Ulrich Janetzki hat sich für seine literarische Erkundung des Münsterlandes aufs Motorrad gesetzt und spürte seiner Kindheit auf kulinarische Weise nach. Die Namen der westfälischen Gerichte sind es, die bei ihm die Erinnerungen wecken – an die Eltern, die einst aus Ostpreußen geflüchtet waren, an das Hamstern nach dem Krieg und an die Aale, die er zusammen mit dem Vater aus der Stever zog. „Der Bauch diktiert die Wörter“, wie er schreibt.

Hermann Mensing gestaltet seine „Literatour“ als eine Art Road-Movie, das ihn von Roxel nach Holland ans Meer führt. Dabei passiert er auch das Rüschhaus, wohin sich Annette flüchtete, wenn sie ihre Ruhe haben wollte. Eine Ruhe, die heute ein Lärmschutzwall neben der Autobahn nur unzureichend gewährleistet. Eine weitere Station ist die Beerlage, wo Mensing „einmal ein Herz gewann, um es wenig später brechen zu müssen“. Jetzt findet er dort nur noch einen herrenlosen Hund, den er mitnimmt und dann ins Tierheim bringt, weil er sich nicht mit der Katze verträgt.

Burkhard Spinnen hat für seinen Spaziergang durch Münster den langjährigen Direktor des Westfälischen Landesmuseums Max Geisberg (1875-1943) zum Leben erweckt und unterhält sich in einem Gespräch mit ihm über Architektur. Ob ihm der wieder aufgebaute Dom gefalle? „Nun gut, man erkennt ihn wieder“, so Geisbergs hingebrummte Antwort. Aber alles andere sei wohl ausgemachter Unfug – der Prinzipalmarkt ein Potemkinsches Dorf und der Lambertiturm ein „reichsdeutscher Höhenflug im katholischen Kernland“.

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Alle Texte nebst Fotografien sind im Internet verfügbar. 

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