Mo., 22.06.2015

Vorpremiere des neuen Programms der „Zucchini Sistaz“ Auf grünen Socken ins Vergnügen

Die Zucchini Sistaz tragen lieber Netzstrümpfe. Ihre Fans baten sie, grüne Socken beim Konzert zu tragen.

Die Zucchini Sistaz tragen lieber Netzstrümpfe. Ihre Fans baten sie, grüne Socken beim Konzert zu tragen. Foto: zin

Münster - 

Wenn es heißt, jemand habe den Blues (ob Musiker oder nicht), hängt meist die Stimmung auf Halbmast, und es wird mächtig Melancholie zele-briert. Nicht so bei den Zucchini Sistaz: Das Frauentrio aus Münster holt sich aus der Swing-Ära, was Lust und Laune macht, arrangiert sich bekannte Songs auf den stets grün gewandeten Leib und spielt mit so viel Enthusiasmus, dass die Fans aus dem Häuschen geraten. So war’s auch bei der Vorpremiere ihres neuen Programms „Zu Besuch bei den Zucchini Sistaz“ im Kreativ-Haus. Von wegen Blues – die Ladies haben den „Green“!

Von Arndt Zinkant

Die Zuschauer im ausverkauften Saal waren ermuntert worden, auf grünen Socken zu erscheinen, und am Schluss wurden Gemüsehäppchen in Grün gereicht. Überhaupt ist der Auftritt mit liebevollen Details gespickt, vom antiquierten Lampenschirm, der sich anfangs nostalgisch über den Kontrabass wölbt, bis zum knisternden Grammophon, aus dem die ersten Swingtöne wimmern.

Und dann nehmen Tina Werzinger, Jule Balandat und Sinje Schnittker ihr Publikum schelmisch an die Hand. In einem Lied ganz explizit jenen „Miesepeter“, der immer „jaja, später“ sagt. Dann singen die Zucchinis jener Frau eine Hommage, die allabendlich tutenderweise über Münster wacht. Da reimt sich Türmerin auf Gipfelstürmerin. Apropos Tuten: Das kann Sinje „Schnittchen“ Schnittker hoch virtuos. Nicht nur Trompete und Flügelhorn, wo mit Dämpfer etc. allerhand Schabernack getrieben wird, auch Posaune kann die Jazzerin. Und, wie man am Ende sieht, tut es notfalls auch ’ne Kaffeekanne.

Tina Werzinger sorgt mit Gitarre und Banjo für die wippenden Füße der Fans. Und Jule Balandat, die moderierend von einem Lied zum nächsten plaudert, verbindet wohl eine innige „Hassliebe“ mit ihrem Bass: Sie zupft ihn swingend oder trommelt mit Pantoffeln darauf. Und wenn die Singende Säge wimmernd zum Einsatz kommt, kann man auch mal drauf sitzen.

Es gibt an diesem Abend nicht nur berühmte Standards („Puttin’ on the Ritz“), sondern auch deutsches Liedgut von Grönemeyer bis zu „Ich wollt’, ich wär ein Huhn“ (stilecht gegackert!). Man muss sehr viel können, damit etwas so leicht aussieht. Für alle Gemüse-Fans dürfte die Premiere am 29. August in der Aasee-Aula Pflicht sein.

Leserkommentare

Google-Anzeigen

flohmarkt.ms Anzeigen

Schnäppchen und Angebote aus Ihrer Umgebung

Anzeige


http://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/3343369?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F92%2F646285%2F