Fr., 05.02.2016

Ausstellung von Rainer Karliczek Schiefes Haus, bunte Burg

Rainer Karliczek in der Ausstellung. Dort ist auch seine „Archikatur“ vom Rathaus mit den fünf Beinen zu sehen.

Rainer Karliczek in der Ausstellung. Dort ist auch seine „Archikatur“ vom Rathaus mit den fünf Beinen zu sehen. Foto: pn

Münster - 

Witzig? Nein, witzig seien seine „Archikaturen“ nicht, sagt Dr. Rainer Karliczek. Und hält mit einem Zitat von Sigmund Freud dagegen: „Der Witz ist dazu da, einen Lustgewinn zu erzeugen.“ Seine Karikaturen zur Architektur aber seien Kritik, dienten der Aufklärung. Wie etwa das auf die Beine gestellte historische Rathaus von Münster, das der ehemalige Leiter des Stadtplanungsamtes in Münster im Jahr 1990 gemalt hat. Die „laufenden Geschäfte der Verwaltung“ werden darin hintergründig illustriert. Und fünf Beine deshalb, weil es zur Zeit der Entstehung des Bildes fünf Parteien im Rat der Stadt gab. „Heute müsste ich vier dazumalen“, sagt Karliczek und schmunzelt.

Von Petra Noppeney

Das „laufende Rathaus“ ziert auch den Flyer des Stadtheimatbundes zur Ausstellung von Rainer Karliczek. Sie wird am Sonntag in der Torhaus-Galerie eröffnet, trägt den Titel „Warum unser Rathaus 5 Beine hat. Münster – aber wirklich!“ und umfasst eine Auswahl aus 75 „Archikaturen“ aus Münster. Der 75-Jährige hat diese kürzlich in einem Spezialband herausgegeben.

Karliczek, der von sich sagt, während des Architekturstudiums in Braunschweig und Stuttgart die Lust am Malen verloren und sie erst durch Anregung seines einstigen Lehrers Prof. Dr. Harald Deilmann wiederentdeckt zu haben, hat für die Ausstellung 60 Bilder ausgewählt. Sie prangen in Augenhöhe auf Schautafeln, damit dem Betrachter kein Detail entgeht.

Neben Frühwerken – darunter eine mit Fingern getupfte Zeichnung, die er mit zwölf Jahren malte – nimmt Karliczek Bauwerke aufs Korn, die entstanden sind, als er noch Stadtplaner in Münster war. Das „schiefe Haus“ an der Ecke Bült/Alter Fischmarkt etwa. Mal zeichnet er das Gebäude als „verkappte Bischofs-Mütze“, mal lässt er einen Passanten denken: „Ich bin auch gegen rechte Winkel.“ Aber auch Bauwerke wie der neue LVM-Turm, den Karliczek als „viel behindertengerechter“ karikiert, indem er einen Rollstuhlfahrer auf die Spitze schickt, ist vor seiner spitzen Feder nicht sicher. Wer ihn fragt, was dieses oder jenes Bild zu bedeuten hat, hört viele Anekdoten. So hintergründig wie seine Bilder.

Zum Thema

Bis 24. März in der Torhaus-Galerie am Neutor 2. Eröffnung am Sonntag (7. Februar) um 11 Uhr.

Leserkommentare

Google-Anzeigen

immomarkt.ms Anzeigen

Wohnungen, Häuser, Grundstücke und gewerbliche Immobilien aus Ihrer Region

Anzeige


http://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/3787993?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F92%2F646285%2F