Mo., 24.10.2016

Stadtheimatbund lud zur „Messe für den Frieden“ Großer Zuspruch

In St. Lamberti stellte Jan Szopinski (am Pult) seine Messe vor mit (hinter ihm v.l.) den Solisten Magdalena Łapaj-Jagow am Saxofon sowie Sopranistin Danuta Dulska und Tenor Fabian Strotmann.

In St. Lamberti stellte Jan Szopinski (am Pult) seine Messe vor mit (hinter ihm v.l.) den Solisten Magdalena Łapaj-Jagow am Saxofon sowie Sopranistin Danuta Dulska und Tenor Fabian Strotmann. Foto: Arndt Zinkant

Münster - 

Solcher Kirchenmusik kann man sich schwer entziehen – im angelsächsischen Raum ist derlei öfter zu hören als in Adorno-geprägten deutschen Landen. Es ist eine mitreißend positive Musik, die da in St. Lamberti um Frieden bittet – eine „Messe für den Frieden“.

Von Arndt Zinkant

Es ist eine mitreißend positive Musik, die da in St. Lamberti um Frieden bittet – eine „Messe für den Frieden“. Komponiert hat sie Jan Szopinski (Kirchenmusiker aus Kalkar). Von dort hat er die Interpreten zum großen Teil mitgebracht: Choral- und Jugendschola von St. Nicolai, die Nikolaus Kantorei Kalkar sowie Mädchen-Kantorei und Knabenchor am Dom zu Osnabrück und den „Projektchor Friedensmesse“ Münster. Die Aufführung fand bei freiem Eintritt am Sonntag großen Zuspruch. Manche Besucher mussten der Musik stehend lauschen.

Die Gäste aus Osnabrück waren kein Zufall, verstand sich die Messe doch als Hommage an den Westfälischen Frieden zu Münster und Osnabrück von 1648. Der Stadtheimatbund Münster hatte als Veranstalter erstmals den Finanzierungsweg über Crowdfunding erfolgreich genutzt.

Der 57-jährige Szopinski will es in seiner Messe weder mit Bach noch Penderecki aufnehmen. Seine eingängige, tonale Musik streift in ihrem Duktus teils Kirchentagsstimmung, wurzelt aber doch in der Tradition des romantischen Oratoriums und lässt sogar archaische Passagen hören, die Szopinskis Vorliebe für die Gregorianik verraten. Und die deutschen Texte tun zur Anziehungskraft das Ihre. Nach dem zweiten Teil „Ehre sei Gott in der Höhe“ brandete spontaner Zwischenapplaus auf.

Die versammelten Chöre mussten sich nicht durch polyphones Dickicht schlagen, sondern durften inbrünstig in choralartigem Satz schwelgen. Raffiniert hatte der Komponist die Kinderstimmen hineinmontiert und ließ die Solisten (Tenor Fabian Strotmann und vor allem Sopranistin Danuta Dulska) zumeist darüber schweben. Solcher Kirchenmusik kann man sich schwer entziehen – im angelsächsischen Raum ist derlei öfter zu hören als in Adorno-geprägten deutschen Landen. Schön.

Zuvor hatte Jan Szopinski als Dirigent gezeigt, dass er die tief bewegende Trauer des Barber-Adagios ebenso auszudrücken weiß. Mit dem Kammerorchester St. Nicolai gelang es so bezwingend, dass das oft gehörte Streicher-Stück völlig in seinen Bann schlug. Als heitere Eröffnung war zuvor das Oboenkonzert d-Moll von Alessandro Marcello erklungen. Die Transkription für Sopransaxofon rückte das Barockstück mühelos ins Hier und Heute. Und die Solistin Magdalena Łapaj-Jagow spielte es federleicht.

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