So., 04.12.2016

Musikalischer Dauerbrenner der Advents- und Weihnachtszeit Meditative Stimmung mit Jubeltönen

Ludwig Wegesin leitete das Embrassy-Trompetenensemble, das Kourion-Orchester, den Heinrich-Schütz-Chor und das Solistenquartett in der Erlöserkirche.

Ludwig Wegesin leitete das Embrassy-Trompetenensemble, das Kourion-Orchester, den Heinrich-Schütz-Chor und das Solistenquartett in der Erlöserkirche. Foto: -mms-

Münster - 

Das Weihnachtsoratorium von Johann Sebastian Bach ist im vorweihnachtlichen Konzertkalender ein Dauerbrenner, ein Bestseller, wenn man so will. Es entfaltet Jahr um Jahr, so oft man es schon in unterschiedlichen Versionen gehört haben mag, eine einmalige, nahezu meditative Stimmung. Eine besonders schöne Aufführung fand nun am zweiten Adventswochenende in der Erlöserkirche statt. Unter der musikalischen Gesamtleitung von Ludwig Wegesin konzertierte das Trompetenensemble Embrassy im Verein mit dem Kourion-Orchester und dem Heinrich-Schütz-Chor im voll besetzten Kirchenhaus.

Von Michael Schardt

Die beeindruckende Darbietung umfasste die erste und vierte bis sechste Kantate. Mitreißend gestaltete sich bereits die erste Chorpassage („Jauchzet, frohlocket“). Die jubilierende Grundstimmung wurde durch den mächtigen Einsatz von Pauke und Trompete gesteigert und hochgehalten. Von einer partiell dunkel gefärbten Interpretation, wonach mit der Menschwerdung des Jesuskinds auch die Leidensgeschichte von Christus beginne, hielt man sich hier und im weiteren Verlauf fern. Im Gegenteil: Der zu Beginn angestimmte Gestus des Jubilierens wurde im abschließenden Choral des ersten Teils („Ach mein herzliebes Jesulein“) wieder aufgegriffen und fortgeführt.

Mehr vielleicht noch als die Choreinsätze sind die Arien das musikalische und meditative Herzstück des Oratoriums, so etwa die Alt-Arie „Bereite dich, Zion, mit zärtlichen Trieben“, hinreißend gesungen von Ina-Susanna Hirschfeld , oder die Sopran-Arie „Nur ein Wink von seinen Händen“, einfühlsam vorgetragen von Heike Hallaschka . Ein hübscher Inszenierungseinfall kam bei der Arie „Flößt, mein Heiland, flößt dein Name“ zum Tragen, als sich eine Sängerin und ein Instrumentalist kurzzeitig auf die Empore, in den Rücken des Publikums, begaben und die Fragen des Orchesters und der Solistin musikalisch beantworteten.

Für eine in jeder Hinsicht herausragende Aufführung gab es begeisterten Applaus.

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