Mi., 01.02.2017

Birgit Nattkemper in der Torhaus-Galerie „Herr Trump ist schon in Arbeit“

Das Paradies ist trügerisch: Birgit Nattkemper hat in das Glashaus giftige und invasive Pflanzen gesetzt.

Das Paradies ist trügerisch: Birgit Nattkemper hat in das Glashaus giftige und invasive Pflanzen gesetzt. Foto: Gerhard H. Kock

Münster - 

Birgit Nattkemper ist frei. Frei von Konventionen, frei von stilistischen Moden, frei von den Einflüssen des Kunstbetriebes. Um so erstaunlicher, wie breit die Münsteranerin aufgestellt ist. Der Stadtheimatbund zeigt in seiner Torhaus-Galerie eine Werkschau der Autodidaktin mit drei Themenbereichen: Maritimes, Münsteraner und ihre „Ladys“.

Von Gerhard H. Kock

Und politisch ist Nattkemper auch noch. Oft ist eine Prise Witz dabei. In einer Bilderreihe mit Froschkönigen und Kröten stehen Queen Elisabeth II. und ein Paar Amphibien weiter Möchtegern-Sultan Erdogan: „Majestätische Artenvielfalt“ heißt die Reihe: „Die wird noch erweitert“, lächelt Nattkemper: „Herr Trump ist schon in Arbeit.“ Ob er zu den Kröten der Reihe zählt oder zu den Froschkönigen? Der Besucher darf fantasieren. Küssen muss er die Tiere jedenfalls nicht.

Auch die Fische nicht. Die hat Nattkemper in ehemalige Packungen von Industriefisch gemalt: gemalte Sprotten und Karpfen sowie auf Holz Wolfsbarsch, Dorade und Goldfisch, „weil der Glück bringt“. Apropos Essen: Neben dekorativen Cupcake-Bildern steht das Objekt „Nearly empty“: Eine lustvoll voluminöse Dame leugnet ihre Genussfreuden nicht und blickt auf Pralinen, die wie echt in der Holzschachtel vor ihr liegen.

Münsterische Prominenz wie der Straßenmusikant Onkel Will, die rheinische Frohnatur Elfriede Möllenbaum oder der „Held der Aufklärung“ Paul Wulf hat Nattkemper malerisch ein Denkmal gesetzt.

Eine schöne Frau blickt nachdenklich in den Raum: „Gedanken über Wasser“ heißt das Bildnis einer Äthiopierin, mit der Nattkemper auf die Kostbarkeit dieses lebenswichtigen Elements aufmerksam macht, das hierzulande so verschwenderisch genutzt wird. Unter den Objekten der Werkschau ist ein Glashaus mit Adam und Eva. Für Kundige ist die Idylle trügerisch, denn giftige und invasive Pflanzen bedrohen den natürlichen Schutzraum.

Zum Thema

Die Vernissage von „Kaleidoskop“ ist am Sonntag (5. Februar) um 11 Uhr in der Torhaus-Galerie, Am Neutor 2 (' 98 11 39 78). Die Ausstellung ist bis zum 31. März zu sehen.

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