Fr., 10.03.2017

Jazztrio „RKeT“ um Jan Klare und „Murphy“ im Pumpenhaus Feuerwerk mit Spitzen-Solo

Zum letzten Mal war das „RKeT“-Trio mit (v.l.) Michael Vetcher, Luc Ex und Jan Klare zu hören.

Zum letzten Mal war das „RKeT“-Trio mit (v.l.) Michael Vetcher, Luc Ex und Jan Klare zu hören. Foto: Ulrich Coppel

Münster - 

ie Präsentation ihrer neuen CD „ReKorT“ war für das Punkjazztrio „RKeT“, alias Jan Klare (Saxophon), Luc Ex (Bass) und Michael Vatcher (Schlagzeug) zugleich „für vermutlich sehr lange Zeit das wohl letzte Konzert in Münster“.

Von Ulrich Coppel

Die Präsentation ihrer neuen CD „ReKorT“ war für das Punkjazztrio „ RKeT“, alias Jan Klare (Saxophon), Luc Ex (Bass) und Michael Vatcher (Schlagzeug) zugleich „für vermutlich sehr lange Zeit das wohl letzte Konzert in Münster“. Dies erklärte der Münsteraner Saxofonist Gastgeber anlässlich des „Klare Club“-Gastspiels am Mittwochabend im Pumpenhaus höchstpersönlich. Vor dem gut einstündigen Feuerwerk des deutsch-niederländisch-amerikanischen Trios heizte „Tumor Defense Tutorial“ alias Murphy mit einem wahren Soundsturm mächtig ein.

„Moin“, grüßte Murphy um kurz nach 20 Uhr das Publikum. Sodann begann der Münsteraner mit seinem Soloprogramm der absoluten Spitzenklasse. Dazu bedurfte es nichts weiter als eigener Stimme, E-Gitarre und in höchstem Maße komplex programmierte „Play­alongs“, die jedoch dermaßen unter Metal-Groove-Volldampf daherkamen, dass es manchem buchstäblich die Schuhe auszog. Großartig!

Nur kurz dauerte die Umbaupause, bis dass das „RKeT“-Trio, nicht minder fulminant, loslegte. Bassist Luc Ex wählte für sein ständiges Wechselspiel aus 16-tel Punk-Patterns mit knallhartem Plektrum und weichen, mal sphärischen, mal lamentierenden Arpeggien einen Akustikbass. Klare gab mit Bariton- und Altsaxofon die bekannt klaren Strukturen mit Elementen aus Fusion-Jazz und minimalistischem Punk vor. Inside, Outside, oder manchmal auch nur Luft: Alles lediglich Abziehbilder für die spannenden Collagen aus Arrangement und Improvisation. Schlagzeuger Michael Vatcher benutzte in den flächigen Improvisationen mal den Ellbogen auf der Snare oder erzeugte mit spitzen, auf die Felle aufgestellten Sticks Geräusche, die sich anhörten wie zwei feuchte, aufeinander geriebene Gummiklötze. Für Kopfkino, sorgte Klare mit erhellenden Erläuterungen wie: „Dieses Stück handelt von einer Schule.“ Ein anderes Stück mit viel Saxofon-Luft und Basssaiten-Klopfen war die programmusikalische „Transkription des Geräusches am Ende des Bereichs der früheren UKW-Radiofrequenzen.“

Fazit: Klare-Fans kamen voll auf ihre Kosten. Den Riesenschlussapplaus am Mittwoch dankte „RKeT“ mit drei Zugaben. Schade nur, dass der überragende Schlagzeuger Michael Vatcher in seine Heimat USA zurückkehren wird, was zugleich Grund für die Trennung des famosen Trios nach fünfjähriger höchst erfolgreicher Zusammenarbeit ist.

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