Di., 14.03.2017

GOP: Markus Pabst in „Krawumm!" Wunderwelten zwischen Akten

Will wieder auf die Bühne: Kult-Regisseur Markus Pabst wird in der Weltpremiere von „Kawumm!“ als Beamter Herr Mutzmann auf der Bühne stehen.

Will wieder auf die Bühne: Kult-Regisseur Markus Pabst wird in der Weltpremiere von „Kawumm!“ als Beamter Herr Mutzmann auf der Bühne stehen. Foto: Paul Nienhaus

Münster - 

Vieles im Leben von Markus Pabst ist im Umbruch. Vor wenigen Wochen hat der Kult-Regisseur aus Berlin-Kreuzberg seinen 50. Geburtstag gefeiert. Seine Künstlerplattform „Base Berlin“ ist gerade dabei, innerhalb der Hauptstadt umzuziehen – direkt ans Ufer der Spree. Und jetzt hat es auch noch „Kawumm!“ gemacht.

Von Paul Nienhaus

Vieles im Leben von Markus Pabst ist im Umbruch. Vor wenigen Wochen hat der Kult-Regisseur aus Berlin-Kreuzberg seinen 50. Geburtstag gefeiert. Seine Künstlerplattform „Base Berlin“ ist gerade dabei, innerhalb der Hauptstadt umzuziehen – direkt ans Ufer der Spree. Und jetzt hat es auch noch „Kawumm!“ gemacht. „Nach mehr als 25 Jahren im Regiestuhl wuchs in mir der Gedanke: Ich will wieder auf die Bühne“, sagt der auf den ersten Blick ein wenig bullig wirkende Mann mit dem markanten Glatzkopf. Als „Tarantino des Varietés“ haben ihn Kritiker für seine schrägen, unangepassten und ein poetisches Lebensgefühl vermittelnden Shows gefeiert.

Und nun steht er da – mächtig nervös – ein wenig am Rand der Bühne im GOP-Theater. In der strengen Kleidung eines Buchhalters inmitten eines wuseligen Probebetriebs, bei dem er es eigentlich gewohnt ist, Chef im Ring zu sein. Jetzt ist es aber sein Freund, Geschäftspartner und Kollege Pierre Caesar, der den Künstlern die Richtung vorgibt.

Markus Pabst ist diesmal – für ihn sehr ungewohnt – der Hauptdarsteller. In einem Stück, das für ihn und von ihm geschrieben wurde. Bei dem er sich das Ziel gesetzt hatte, den längsten Titel zu entwerfen, den je eine GOP-Produktion getragen hat. „Die wundersame Geschichte vom dicken Mann, der beinahe nichts konnte“, kam heraus, was dann auf den Plakaten aber doch in die Unterzeile rutschte. Das Marketing fand „Kawumm!“ einfach griffiger.

Den Varieté-Pabst plagt das Lampenfieber. „Ich hoffe, die Leute würdigen, was das für ein Risiko ist, das ich mit dieser Produktion eingehe“, sagt er. Wobei es weniger die Angst vor dem Publikum ist, die ihn umtreibt. „Viel schlimmer war es heute, beim Beginn der Proben auf die Mitarbeiter vom Ton und vom Licht zu treffen, die mich seit mehr als zehn Jahren kennen“, meint er.

„Kawumm ist meinem verstorbenen Vater gewidmet“, betont Markus Pabst. Der sei zu DDR-Zeiten Schaufensterdekorateur gewesen, habe aber nach der Umsiedlung in den Westen einen Bürojob als Prokurist in einer Essenzenfabrik übernehmen müssen, um die Familie zu ernähren. „Er hat dann in der Freizeit seine Fantasie ausgelebt, indem er etwa unsere Wohnung in eine Dschungellandschaft umdekoriert hat, in die er uns Kinder, Verwandte und Bekannte eingeladen hat, um dort zu spielen“, erinnert sich Markus Pabst.

Und genau so einen Typen hat er jetzt mit „Herrn Mutzmann“ für die Varieté-Bühne erfunden: einen pflichtbewussten, ordentlichen und pünktlichen Beamten – gefangen zwischen Aktenzeichen und Zahlen. Um dem faden Trott zu entkommen, entwickelt Mutzmann eine Überlebensstrategie. Er ordnet jeder Zahl eine Bedeutung zu: ein Gefühl, eine Farbe, ein Ereignis, einen Namen oder einen Ort. So entstehen vor seinem Auge immer neue Wunderwelten und Abenteuer, in denen er sich verlieren kann. Und eines Tages macht es eben „Kawumm“!

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Die Show „Kawumm. Die wundersame Geschichte vom dicken Mann, der beinahe nichts konnte“, feiert am Donnerstag (16. März) ihre Weltpremiere im GOP-Varieté (' 4 90 90 90) und ist dort bis zum 7. Mai zu sehen.  | www.variete.de

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