So., 02.04.2017

Theater Maniacs zeigt Humorvolles im Kleinen Bühnenboden Einkaufsblues mit Zwiebelmett

Diese rivalisierenden Cowboys besinnen sich und spielen lieber Karten als herumzuballern.

Diese rivalisierenden Cowboys besinnen sich und spielen lieber Karten als herumzuballern. Foto: Steinböck

Münster - 

„Neulich Abend ist’s gewesen, / Hier ums Eck, bei Edeka, / Als ich hinterm Aufschnitt-Tresen / Dich, du Holde, stehen sah.“ Da steht der schüchterne Mann, klammert sich an seinen roten Schirm und blickt verzweifelt ins Publikum, während sich „die Holde“ stumpf gegen ihren imaginären Tresen lehnt. Mehr als ein leierndes „Was darf’s denn sein?“ gönnt sie ihrem Gegenüber nicht. Und der Verliebte? Kriegt nichts weiter über die Lippen als: „Zwiebelmett“.

Von Isabell Steinböck

Groteske Komik wie diese prägt den Theaterabend „Unterwegs“, der unter der Regie von Bart Hogenboom im Kleinen Bühnenboden Premiere feierte. Die neun Ensemblemitglieder der inklusive Theatergruppe Maniacs (Westfalenfleiß GmbH) verlegen sich auf humorvolle Dichtung. Neben dem „ Einkaufsblues“ von Christian Maintz („Liebe im Lokalen“) hat Bart Hogenboom eigene Texte mit Versen von Karl Valentin und Peter Maiwald arrangiert. In kurzweiligen Szenen bringt das textsichere Ensemble sein Publikum mit großen Gesten und herzhafter Übertreibung immer wieder zum Lachen.

Da trifft Herr Hollmann im ICE auf Frau Struwe, lädt sie zum Slibowitz ein und macht sich selbst zum Frauenhelden, wenn er enthusiastisch ruft: „Ich bin der Dschingis Khan.“ Peinlich, als beide wieder nüchtern sind ...

Witzig auch die rivalisierenden Cowboys im Western Saloon. Drei (Stoff-)Geier lauern schon auf den finalen Schuss (Ausstattung: Bart Hogenboom), als hinter der Leinwand Lachen ertönt. Johnny und Jim haben sich lieber versöhnt, statt einander totzuschießen, und nehmen zudem noch den Wirt in ihre Gruppe auf („Ich sei in euer Mitte / der Dritte“) – geht auch ohne Bürgschaft.

Eine Reise im Bus dient der knapp einstündigen Aufführung als roter Faden. Irgendeinem Fahrgast wird immer langweilig, wenn das aus umgekehrten Kartons bestehende Gefährt über holprige Straßen zuckelt, und unterhält die anderen dann mit einer Geschichte. Etwa der vom Raubüberfall zweier Gangster, die in Geheimcodes aneinander vorbeisprechen, bis sie am Ende doch verpfiffen werden.

Als schließlich gar nichts mehr geht, wird es musikalisch. „Wir wollen jetzt Eiscreme“, singt und klatscht der ganze Bus. Da haben die gut aufeinander eingespielten Darsteller ihr Publikum in Münster längst für sich eingenommen – eine stolze Leistung.

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