Di., 02.05.2017

Bühnenboden: Mutige Münsteraner erzählen aus ihrem Leben Authentische Geschichten

Christiane Hagedorn sang zur Premiere mit (v.l.) Geschichten von Alexander, Felix, Ingrid und Klaus.

Christiane Hagedorn sang zur Premiere mit (v.l.) Geschichten von Alexander, Felix, Ingrid und Klaus. Foto: Maria Conlan

Münster - 

Als „eine Weltpremiere“ kündigte Konrad Haller den besonderen Abend im Kammertheater an: „Mensch Münster Mensch“. Fünf mutige Münsteraner stellten sich im „Kleinen Bühnenboden“ ins Rampenlicht, um jeweils ihre persönliche Geschichte preiszugeben: von Begegnungen, Reisen, Wendepunkten und Beziehungen.

Von Maria Conlan

Esther trat als Erste vor das rote Retro-Mikro, um mit dem Publikum ihre Begeisterung für ihren „sehr würdevollen“ Billerbecker Querflötenlehrer zu teilen, der sie stets zu „Courage“ aufforderte. Die etwa doppelt so alte Ingrid ließ zunächst eine Klangschale vor dem Mikro schwingen und entführte die Zuhörer mit ihrer Erzählung nach Asien, wo sie unvergesslichen Reisenden und Einheimischen begegnete.

Felix berichtete in der dritten Person vom Mädchen, das sich stets als Junge fühlte. Fotos untermauerten seine persönliche Geschichte, wie er am Ende offenbarte. Nach der Pause berichtete der weißhaarige Klaus aus seiner Kibbuz-Zeit in den 70er Jahren und seine Freundschaft mit dem Niederländer Shimon. Am Ende griff er zur Gitarre und sang „Bei mir bistu schein“. Den Abschluss der ausverkauften Premiere bildete Alexanders Erzählung seiner 101 Dates innerhalb zweier Jahre, wobei ihn die 100. Verabredung zur großen Liebe führte.

Das Publikum war begeistert. Zwei Stunden lang spannende Unterhaltung, authentische Lebensausschnitte, unterhaltsam, ohne viel Schnickschnack vorgetragen. Die Schauspieler Cornelia Kupferschmid und Haller moderierten den Abend, das Duo Conjak mit Christiane Hagedorn (Gesang) und Martin Scholz (Klavier) sorgten für die musikalische Umrahmung, die inhaltlich mit den Erzählungen korrespondierte und im Chanson „Ich bereue nichts“ gipfelte.

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Konzeption, Casting, Regie und Dramaturgie lagen in der Hand von Carola von Seckendorff, Ideengeberin des Projekts. Für sie gilt: „Jeder Mensch ist ein Universum.“ Nach Einzelgesprächen stellte sie Gruppen von vier bis fünf Erzählungen für die drei Abende zusammen. Ihre Idee ging auf. Das Premierenpublikum äußerte sich durchweg positiv. Weitere Erzählabende folgen am 14. Mai und 18. Juni jeweils sonntags ab 18 Uhr mit anderen Erzählern und Musikern. Wenn sich eine Weiterfinanzierung und neue Erzählwillige finden, steht einer Fortsetzung nichts entgegen.

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