Mi., 22.07.2015

Philosoph dreht sich im Grabe um Hamann protestiert mit OB Markus Lewe gegen Parkplätze

Der Philosoph Johann Georg Hamann, dargestellt auf dem Titel des Buches „Ein Vorgeschmack des Himmels“ von Liselotte Folkerts.

Der Philosoph Johann Georg Hamann, dargestellt auf dem Titel des Buches „Ein Vorgeschmack des Himmels“ von Liselotte Folkerts Foto: Lit-Verlag

Münster - 

Was macht ein Philosoph und Schriftsteller des 18. Jahrhunderts, wenn ihm an seinem Grab auf dem alten Überwasserfriedhof die Nachricht überbracht wird, dass ein nach ihm benannter Platz in Coerde zum Parkplatz werden soll? Er dreht sich im Grabe um, steht wieder auf und kommt in den nördlichen Stadtteil, um gegen dieses Vorhaben zu protestieren.

Von Ellen Bultmann

So zumindest wird es Johann Georg Hamann (1730– 1788) in einem Theaterspiel tun, das am 28. August innerhalb des um 14 Uhr beginnenden Bürger-Kultur-Festes auf dem Hamannplatz aufgeführt wird. Regie führt André Sebastian (Leiter des Kulturbüros Münsterland). Der freie Schauspieler Ulrich Bärenfänger schlüpft in die Rolle des Philosophen Hamann. Wie Jochen Schweitzer (Sprecher der veranstaltenden Bürgerinitiative Hamannplatz-Coerde) ankündigt, wird Oberbürgermeister Markus Lewe im historischen Kostüm auftreten und sich für den autofreien Hamannplatz aussprechen.

Hamann gilt als Wegbereiter des Sturm und Drang. Er war mit Immanuel Kant und Gottfried Herder befreundet. Bedeutende Dichter und Philosophen wurden von ihm beeinflusst, darunter Kierkegaard und Goethe, der ihn einen der hellsten Köpfe seiner Zeit nannte.

Auch für Münster und das Münsterland errang Hamann Bedeutung, indem er eine Bekanntschaft mit Amalia Fürstin von Gallitzin pflegte, die ihn unterstützte. Die letzen Tage seines Lebens verbrachte der Philosoph in Münster. Der Protestant fand national und international stärkere Beachtung als im katholischen Münster.

Beim Bürger-Kultur-Fest auf dem zentralen Platz in Coerde kommen auf zwei Bühnen internationale Darbietungen aus Musik, Tanz, Schauspiel und Zirkus zur Aufführung. Die Beiträge stammen von Menschen vieler Herkunftsländer, die in Coerde leben. Die Bürgerinitiative möchte mit dem Fest zeigen, wie viel Coerde und seine Menschen zu bieten haben und wofür sie diesen Platz brauchen: als Treffpunkt und für die Verbindung der Menschen untereinander.

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