So., 03.01.2016

Götz Alsmann Komiker, Komponisten und Kapriolen

Westfälischer Humor und italienisches Temperament: Fabrizio Ventura (r.) beließ es nicht beim Dirigieren, sondern unterstützte Götz Alsmann auch gesanglich.

Westfälischer Humor und italienisches Temperament: Fabrizio Ventura (r.) beließ es nicht beim Dirigieren, sondern unterstützte Götz Alsmann auch gesanglich. Foto: Rüdiger Wölk

Münster - 

Kennen Sie Julius Fučík? Der Mann stammte aus Böhmen und schuf vor über 100 Jahren in Sarajevo den Marsch, den wir heute als „Einzug der Gladiatoren“ kennen. Wer erzählt solche Anekdoten aus der Musikhistorie? Götz Alsmann.

Von Johannes Loy

Beim Neujahrskonzert mit dem Entertainer, seiner Band und einem prächtig aufgelegten Sinfonieorchester der Stadt Münster konnten die rund 3000 Gäste im Verlauf dreier Ausgaben am 1. und 2. Januar noch etliche solcher Geschichten hören.

Alsmann kam mit einer roten Knollennase auf die Bühne – das verhieß Komik und Geschichten über Komiker. Wer hätte auf Anhieb gewusst, dass Charlie Chaplin nicht nur ein begnadeter Komiker, sondern auch ein passabler Komponist war, dem etliche bekannte Melodien einfielen? In einem Potpourri stellten Götz Alsmann, seine Band und das Sinfonieorchester einige davon vor.

Kein Neujahrskonzert ohne Walzer- und Polka-Seligkeit. Jeder Neujahrskonzertbesucher weiß nun, dass der eigentliche Walzerkönig Johann Strauß (Sohn) war, denn er schrieb über 400 Stücke im Dreivierteltakt.

Sein Vater gleichen Namens dagegen nur gut 100. Aus dessen Feder präsentierte das Sinfonieorchester unter Fabrizio Ventura einen furiosen Galopp mit dem Titel „Carneval in Paris“, und der Sohnemann kam mit dem Walzer „Carnevalsbotschafter“ zur Geltung.

Das verbale Pingpongspiel zwischen Alsmann und Publikum wurde noch verfeinert. Auf das Stichwort „Wagner?“ antworteten die Gäste bis dahin: „Schwierig!“, und bei „Mozart?“: „Zauberhaft!“. Jetzt kamen noch die Paarungen „Johann Strauß Sohn?“ – „Schampus!“ und „Stockhausen?“ – „Eieiei!“ hinzu.

Münsters Vorzeigesopranistin Henrike Jacob durfte sich in Jeanine Tesoris „The Girl in 14 G“ zugleich opernhaft wie jazzig-verrucht präsentieren. Ein doppeltes „Heimspiel“ feierte das Sinfonieorchester mit Richard Strauss, dessen Kompositionen längst einen festen Bestandteil des Orchesters bilden, das unlängst beim Festival in Garmisch-Partenkirchen, der Heimstatt des Komponisten, gastierte.

„Till Eulenspiegels Lustige Streiche“ mit der aufs Höchste geforderten Horn-Fraktion bildeten den krönenden Abschluss eines punktgenauen Neujahrsprogramms, das wie üblich mit den Zugaben von Donauwalzer und Radetzky-Marsch sowie fliegenden Blumen endete.

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