Di., 18.10.2016

Begeisterung pur beim ersten Erbdrostenhof-Konzert Vom Klangexperiment zur historischen Treue

Im Erbdrostenhof: Thomas Lindhorst (Klarinette), Alexander Gebert (Cello) und Christian Petersen (Klavier)

Im Erbdrostenhof: Thomas Lindhorst (Klarinette), Alexander Gebert (Cello) und Christian Petersen (Klavier) Foto: Ulrich Coppel

Münster - 

Begeisterung pur beim restlos ausverkauften ersten Erbdrostenhofkonzert der Saison am Montagabend. Gregor Hollmann (künstlerischer Leiter der beliebten Reihe) fand mit dem Trio Thomas Lindhorst, Alexander Gebert und Christian Petersen einen mehr als würdigen Ersatz für das erneut verletzungsbedingt ausgefallene Duo Stephan Schardt und Philipp Vogler.

Von Ulrich Coppel

Begeisterung pur beim restlos ausverkauften ersten Erbdrostenhofkonzert der Saison am Montagabend. Gregor Hollmann (künstlerischer Leiter der beliebten Reihe) fand mit dem Trio Thomas Lindhorst (Klarinette), Alexander Gebert (Cello) und Christian Petersen (Klavier) einen mehr als würdigen Ersatz für das erneut verletzungsbedingt ausgefallene Duo Stephan Schardt (Violine) und Philipp Vogler (Klavier).

Ein wohl einmaliges Klangexperiment erklang zu Beginn: „Three Poems From Afterworld“ hieß das dreisätzige Werk des finnischen Zeitgenossen Jouko Tötter­ström. Mit dem viel zarter (als moderne Konzertflügel) klingenden historischen Graf-Flügel und der opulenten barocken Erbdrostenhof-Akustik fanden die drei erfahrenen Musiker perfekte klangliche Voraussetzungen für die Aufführung des minimalistisch-spröden Werkes.

War dies der Grund, weshalb sich das Trio dazu entschloss, das ansonsten klassisch-romantische Programm kurzerhand um dieses Werk zu ergänzen?

Wunderschön gestaltete Lindhorst die Melodie zu Beginn von Robert Schumanns anschließendem „Zart und mit Ausdruck“ aus den Fantasiestücken für Klarinette und Klavier. In Christian Petersen fand er einen hochsensiblen Begleiter.

Leider standen der brillanten Klangbalance und größten musikalischen Empfindsamkeit aller Musiker im Konzertverlauf jeweils kurze Konzentrationslücken entgegen.

Beethovens „Gassenhauer“-Trio durchmaßen die drei indes mit bravouröser Souveränität und größter technisch-musikalischer Perfektion.

Zu Beginn der zweiten Hälfte erklang Debussys „Reflets Dans L’Eau“. Debussys impressionistische Tonsprache war Inspiration für zahlreiche Komponisten der modernen Minimal-Stilistik. Sehr schön ließen sich insofern Vergleiche zum anfänglichen Werk des Abends finden. Petersen gelang mit diesem Charakterstück und dem durch und durch romantischen „Intermezzo B-Dur“ von Brahms eine makellose solistische Darbietung. Am Ende klang alles historisch – treu. Und wie! Brahms’ Trio a-Moll entstand wie der historische Graf-Flügel im Jahr 1891. Als Zugabe erklang eine eigene Transkription des dritten Satzes aus Schumanns „Märchenerzählungen“.

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