So., 08.01.2017

Beatles-Songs im Stile Giora Feidmans „Yesterday“ im zarten Klarinettenklang

Giora Feidman inmitten der vier Musiker des „Rastrelli Cello Quartetts“.

Giora Feidman inmitten der vier Musiker des „Rastrelli Cello Quartetts“. Foto: Heike Eickhoff

Münster - 

Fast 80 Jahre ist er nun alt und immer noch mit neuen Projekten auf Tour: Giora Feidman war am Samstag im H1 zu Gast. Dieses Mal hatte er das Rastrelli Cello Quartett mitgebracht und die Musik der Beatles.

Von unsererMitarbeiterinHeike Eickhoff

Überraschend, wie verhalten „Yesterday“ von der Klarinette Feidmans angegangen wurde, wie zart und mit wie viel Klezmer-Vibrato. Doch dem Megahit bekam das neue Gewand recht gut. Insgesamt klang es noch ein bisschen sanfter als im Beatles-Original, doch die Fans Feidmans genossen jeden Ton, summten manchmal leise mit und feierten den Meister mit viel Beifall. Und Feidman, trotz seiner fast 80 Lenze, stand wie eh und je präsent auf der Bühne, moderierte ein wenig und sorgte für Schmunzeln. „Wir spielen die Zugabe jetzt!“, kündigte er vor der Pause an und legte ein wirklich pfiffiges „When I’m Sixty-Four“ hin. Da passte das Arrangement für Klarinette und vier Celli wie angegossen. Feidman bezeichnete die vier Herren am Streichinstrument übrigens als „the best cello quartet in the World“. Tatsächlich zeigten sie sich in diesem Programm von der Zuckerseite, ein wirklich interessantes und virtuoses Ensemble.

In der Pause gab Feidman Autogramme und plauderte mit seinen Zuhörern. Kein bisschen Erschöpfung war dem fast 80-Jährigen anzumerken. „Norwegian Wood“ kam in der zweiten Konzerthälfte und swingte anmutig durch den trockenen Hörsaal. Ein bisschen jazzig fast, gut aufgehoben in dieser Besetzung. Ganz leise schlichen sich dazu zwei junge Musiker auf die Bühne, ein Sopransaxophon (André Tsirlin) in der Hand oder anmutig hinter der bereits gestimmt auf der Bühne stehenden Harfe Platz nehmend (Hila Ofek). Als „Jerusalem Duo“ hatten sie zwei Beatles-Songs im Gepäck, leicht und fili­gran, dabei blitzeblank und sehr sauber. „This beautiful girl – she is my granddaughter!“, freute sich Feidman nach dem kurzen Gastauftritt mit liebevollem Blick zur Harfenistin. Elf Enkelkinder habe er mittlerweile, schmunzelte er stolz.

„Back in the USSR“ und „Let It Be“ folgten, wobei hier nur der ruhige Anfang erklang. Ein Höhepunkt war sicher „Honey Pie“, denn dort ist die Klarinette musikalisch zu Hause – und bei Feidman außerdem in den besten Händen.

Viel Beifall und als Finale „Hey Jude“ mit allen Musikern beendeten das Konzert im voll besetzten Hörsaal.

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