Do., 06.04.2017

„Poetry 2017“ bereitet ab dem 24. April auf das 20. Lyrikertreffen vor Wilde Wortritte auch mit Humor

In der „Black Box“ des Cuba-Cultur – einem der Veranstaltungsorte – präsentierten sie das Programm (v.l.):

In der „Black Box“ des Cuba-Cultur – einem der Veranstaltungsorte – präsentierten sie das Programm (v.l.): Foto: klm

Münster - 

Vom 19. bis zum 21. Mai findet das 20. Lyrikertreffen in Münster statt. Zuvor schon – und einige Tage länger – läuft gewissermaßen das Warm-up dazu. „Poetry 2017“ ist der Titel einer Veranstaltungsreihe vom 24. April bis zum 17. Mai an sechs Orten, die die literarische Gattung mit Konzert, Videoclip, Film und auch multimedialer Show verbindet.

Von Klaus Möllers

Die Wahl der Kunstformen ist weit angelegt, um Möglichkeiten zu zeigen, wie sich Dichtkunst entfalten kann. „Es sind lustvolle und leidenschaftliche Affären, die eingangen werden“, sagt Kulturamtsleiterin Frauke Schnell bildhaft.

Film und Lyrik etwa treffen sich bei einer Besten-Auslese des „Zebra Poetry Film“-Festivals, einer internationalen Plattform für Kurzfilme, die 2016 von Berlin als Veranstaltungsort nach Münster wechselte: „Poesiefilme basieren auf Gedichten. Im Grunde ist es ein Kurzfilmfestival“, erklärt Winfried Bettmer von Filmclub und Filmwerkstatt.

An drei Abenden werden im Schlosstheater Poetry-Clips gezeigt, an drei weiteren stellt der niederländische Filmemacher John Albert Jansen Porträts preisgekrönter Schriftsteller – Wislawa Szymborska, Adonis und Remco Campert – vor. Stummfilm und Lesung wiederum verbindet Dichter Erik Lindner, ebenfalls aus dem Nachbarland, anhand eigener Verse. „Wer Filme mag, ist hier angesprochen. Lyrik kann in verschiedenen spannenden Formen Ausdruck finden“, sagt Schnell.

Außer dem Kulturamt, der Filmwerkstatt und dem Filmclub haben der Literaturverein, der Verlag Josef Kleinheinrich und die Initiative „Tatwort“ das „Poetry“-Programm arrangiert.

„Tatwort“ lädt an zwei Abenden zum „wilden Wortritt“ in die „Black Box“ des Cuba-Cultur. Als Konzert-Performance wollen Lyrikerin Nora Gomringer und Jazz-Schlagzeuger Philipp Scholz die Rezitation eigener Texte sowie der Weltliteratur mit Jazz „tiefsinnig und humorvoll“ zusammenbringen, beschreibt Andreas Weber von „Tatwort“ den Anspruch.

Einen weiteren „Spoken words“-Beitrag liefern Pianistin Renee van Bavel und Volker Strübing. „Strübing war drei Mal Deutscher Meister im Poetry Slam“, betont Weber zu dessen Bedeutung innerhalb der Sparte. Zielgruppe sind jeweils tendenziell Menschen zwischen 20 und 35 Jahren.

Wichtig sei den Organisatoren, so Kulturamtchefin Schnell, Künstler „vor Ort“ und andere aus dem internationalen Raum gemeinsam vorzustellen. Aus Münster präsentieren zum Beispiel Sängerin Anna Stern und Komponist Michael Kolberg („kolberg+stern“) eine Multimedia-Show: Zitate englischsprachiger Literatur trifft auf Musik im Stile von Bartók bis hin zu „Nirvana“.

Bildung und Unterhaltung bringt der Literaturverein zusammen, unter anderem bei einem Vortrag des Essayisten Michael Braun zu Lyrik und Bildender Kunst in der Stadtbücherei. Lyriker Peter Rühmkorf steht darüber hinaus im Mittelpunkt einer Text- und Jazz-Melange des „Leslie Meier“-Trios. 

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