Do., 18.05.2017

Maike Kloss zeigte in der Torhaus-Galerie ihre Tango-Bilder: „Kirschblütenköniginnenküsse“ Ein Gehen in Lebensfreude

Lebensfroh sind die Gemälde der münsterischen Künstlerin Maike Kloss, die in der Torhaus-Galerie eine Auswahl ihrer aktuellen Arbeiten zeigt.

Lebensfroh sind die Gemälde der münsterischen Künstlerin Maike Kloss, die in der Torhaus-Galerie eine Auswahl ihrer aktuellen Arbeiten zeigt. Foto: Gerhard H. Kock

Münster - 

Vom Komponisten Enrique Santos Discépolo ist der Satz überliefert: „Der Tango ist ein trauriger Gedanke, den man tanzen kann.“ Ein seliger auch, wie die Bilder von Maike Kloss zeigen. Die münsterische Künstlerin stellt ihre aktuellen Arbeiten in der Ausstellung „Kirschblütenköniginnenküsse“ in der Torhaus-Galerie des Stadtheimatbundes aus.

Von Gerhard H. Kock

Fotostrecke: Maike Kloss in der Torhaus-Galerie

Bunt, beschwingt, fröhlich geradezu, sind hier die Tanzenden zu sehen, und zugleich innerlich berührt. Polka und Walzer sehen anders aus. Aber schließlich kommt die Bezeichnung Tango möglicherweise vom portugiesischen Wort „tangere“ für berühren. Diese Berührung indes ist auch körperlich, aber vielmehr zeugen die Gesichter von einem inneren Kontakt – mit sich und dem anderen.

Maike Kloss ist seit vier Jahren dem Tango zugetan – tänzerisch und dann auch künstlerisch. Mit Stift und Block fertigt sie Bewegungsstudien der Tanzenden an, die dann in ihre großformatigen Bilder münden. Das führt dazu, dass auf einem Gemälde ein und dasselbe Paar zwei Mal in unterschiedlich Momenten seiner körperlichen Begegnung zu sehen ist. Auf einem anderen fehlt ein Bein, könnte der unbedarfte Betrachter meinen; indes hat die Frau es hinter sich geschleudert – ein sogenannter Voleo.

Ein verbreiteter Spruch im Tango lautet, eine neue Tanzfigur lernt man in zehn Minuten, das richtige Gehen in zehn Jahren. Und dieses Gehen fasst Kloss geradezu philosophisch auf. Ein Gehen durchs Leben, ein Begegnen, ein Ausweichen, ein einander Zuwenden. Angeregt durch die Lektüre von Petra Steidls und Ralf Sartoris „Tango. Die einende Kraft des tanzenden Eros“ ist ihr Ansatz getragen von der Vorstellung, dass sich das Menschen-Paar beim und durch den Tanz „gegenseitig zum Erblühen bringt“. Das Anliegen sollte für jede Beziehung gelten, findet Maike Kloss.

Auf ihren Zeichnungen und Gemälden wird dieser Schwung des Lebens sinnlich fassbar. Dabei kommt das Malerische natürlich nicht zu kurz. Die Farben vermitteln Freude und sollen es auch. Die Heiterkeit wird durch ornamentale Elemente befördert. Pünktchen und Punkte sind ein typisches Stilelement der Künstlerin. Auf ihren Tango-Bildern finden sich diese Flecken in Form von Blüten wieder. Schließlich heißt die Ausstellung auch: „Kirschblütenköniginnenküsse“ – mehr selige Sinnlichkeit in einem Wort geht kaum.

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Die Ausstellung wird am Sonntag (21. Mai) in der Torhaus-Galerie, Neutor 2, eröffnet. Sie ist bis zum 14. Juli zu sehen.

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