Mo., 05.06.2017

Erster Puppetry-Slam in Münster Bogart-Krimi mit Bananen

Gewinner Dietmar Bertram überzeugte die Jury mit einer Art „Humphrey-Bogart-Krimi“, bei dem neben Bananen auch Lauch und eine Melone mitwirkten.

Gewinner Dietmar Bertram überzeugte die Jury mit einer Art „Humphrey-Bogart-Krimi“, bei dem neben Bananen auch Lauch und eine Melone mitwirkten. Foto: zin

Münster - 

Vergesst Kasperle, Kermit und Co.! Was am Samstag im Cuba zu sehen war, entfernte sich von üblichen Vorstellungen von Puppentheater um Lichtjahre. Das war spätestens jedem klar, als eine Art „Humphrey-Bogart-Krimi“ mit Banane, Lauch und Melone über die Rampe ging oder zwei nackte weibliche Hinterbacken zum bellenden Bello wurden.

Von Arndt Zinkant

Wer Poetry Slam für eine witzige Angelegenheit hält, war noch nie beim „Puppetry Slam“. Klingt ähnlich, ist ähnlich – und doch ganz anders. Statt Wortgirlanden lässt man hier die Puppen tanzen; Puppen im weitesten Sinne. Das Ganze kommt aus Berlin, tourt zurzeit durch die Lande und war nun erstmals in der rappelvollen, heißen „Black Box“ im Cuba zu sehen. Die Regeln sind vertraut: Es gibt eine Jury und am Ende auch einen Gewinner. Mitmachen darf jeder, nur müssen die Nummern selbst erarbeitet sein. Initiatorin und Moderatorin Jana Heinicke heizte den etwa 70 Lachwilligen schelmisch ein.

Zuerst wirkte es noch konventionell, als Nicole Weißbrodt als „Altenpflegerin“ ihre große Puppe Clarissa im Rollstuhl auf die Bühne schob. Die wirkte wie eine Mumie mit toupierter Silberlocke und klopfte in renitentem Fränkisch ziemlich coole Sprüche. Die Performerin hatte die raunzige Stimme gut drauf und spielte mit Lippenstift und Haarklammer aus Clarissas Handtasche mühelos das Märchen vom Rotkäppchen nach. „Außerhalb des Wettbewerbs“, wie es bei Filmfestivals heißt.

Den bestritten Burkhard Bering, Dietmar Bertram und Shani Moffat. Als erster ließ Bering selbst gebaute Puppen tanzen und berlinern. Wenn ein Rasta-Mann auf einen Pasta-Mann („Ne, lass ma, Mann!“) trifft, ist das cool, aber konventionell. Da haut die Australierin Shani Moffat anders auf den Putz. Sie machte ihr nacktes Gesäß mittels Bemalung mühelos zum kläffenden Köter. Damit nicht genug: Ein Gynäkologen-Besteck wurde zum plappernden Detektiv, der sich auf die Suche nach dem ominösen G-Punkt begab. Wo das Feuilleton-Vokabular versagt, zündet die Lachbombe.

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