Di., 18.07.2017

Landesmuseum präsentiert neu erworbenes Werk von Caspar Dilly Die Kunst des Scherenschnitts

Freunde des Museums (v.l.): Dr. Gerd Dethlefs (Kurator für die Landesgeschichte) und Museumsdirektor Dr. Hermann Arnhold freuen sich über die Förderer des Museums Kathrin und Hans-Georg Baumeister.

Freunde des Museums (v.l.): Dr. Gerd Dethlefs (Kurator für die Landesgeschichte) und Museumsdirektor Dr. Hermann Arnhold freuen sich über die Förderer des Museums Kathrin und Hans-Georg Baumeister. Foto: LWL/Neander

Münster - 

Mit Caspar Dillys (1767-1841) Scherenschnitt „Familie Caspar Heinrich Baumeister auf Hof Reckert in Deppendorf bei Bielefeld“ aus dem Jahr 1805 ist die kulturgeschichtliche Sammlung des Landesmuseums um ein wertvolles Stück bereichert. Der Freundeskreis des Museums erwarb dieses Familienbild von Hans-Georg Baumeister für das Kunstmuseum des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe (LWL).

Das Werk zeigt die Familie Caspar Heinrich Baumeister auf dem Bauernhof Reckert in Deppendorf bei Bielefeld in einem bürgerlichen Interieur. Zu sehen sind das Ehepaar mit Tochter, Schwiegersohn und zwei Enkelinnen. Die Innenausstattung des Raumes bezeugt eine schon bürgerliche Wohnkultur: auf dem Tisch ein Porzellanservice, rechts ein Tafelklavier und ein vergoldeter Spiegel. Die Details geben Aufschluss zu Wohnkultur, Alltag und Freizeit in der damaligen Zeit. Die detailreiche Kleidung der Personen ist die früheste Darstellung authentischer Ravensberger Tracht.

Caspar Dilly war ein wandernder Silhouetten-Schneider, der in Norddeutschland herumreiste und auf Bauernhöfen Familien porträtierte. Der Künstler wurde 1767 in Bonn als Sohn eines Kammerdieners geboren und entwickelte schnell seinen eigenen Stil, indem er die schwarzen Scherenschnitte mit Farbe oder farbigem Papier ergänzte. Von 1815 bis zu seinem Tod 1841 wanderte er im westlichen Niedersachsen und schuf zahlreiche Silhouetten, 41 davon sind heute bekannt.

In dieser Arbeit hat er im Werk seine Signatur hinterlassen: Im Hintergrund ist eine Ansicht des Bauernhauses zu sehen, die versehen ist mit „Silhouetteur Dilly aus / Bonn 1805 Februari“. Auch seine Tätigkeit als Wanderkünstler stellt er mit der Begrüßungsszene dar.

Für das Landesmuseum ist es die erste Arbeit des Künstlers und das erste Bild einer Bauernfamilie. Gerade im Vergleich zu anderen in der Sammlung vorhandenen Familienbildern liefert es aufschlussreiche Informationen darüber, wie Elemente adeliger und bürgerlicher Repräsentation wie Spiegel, Klavier und Porzellanservice auch auf dem Lande zu Prestigeobjekten wurden, heißt es in einer Pressemitteilung.

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