Do., 31.08.2017

Stadtheimatbund zeigt in seiner Torhaus-Galerie die „Demmings“ Mit Pinsel, Stift und Linse

Familiäres Künstler-Trio: Sophia, Hannes und Bettina Demming (v.l.) zeigen im Torhäuschen eine Auswahl ihres künstlerischen Schaffens in den Bereichen Fotografie, Dichtung und Malerei. Das Vater Demming auch zeichnen kann, zeigt seine Konferenz-Bestie (kl. Bild).

Familiäres Künstler-Trio: Sophia, Hannes und Bettina Demming (v.l.) zeigen im Torhäuschen eine Auswahl ihres künstlerischen Schaffens in den Bereichen Fotografie, Dichtung und Malerei. Das Vater Demming auch zeichnen kann, zeigt seine Konferenz-Bestie (kl. Bild). Foto: Gerhard H.Kock

Münster - 

Wenn die Muse in einer Familie Küsse verteilt, dann beschenkt sie meist alle. Das war wohl auch bei den Demmings so.

Von Gerhard H. Kock

Wenn die Muse in einer Familie Küsse verteilt, dann beschenkt sie meist alle. Das war wohl auch bei den Demmings so. Hannes und Isolde Demming haben ihren drei Töchtern offensichtlich ein kulturelles Zuhauses geboten. Zwei davon haben die bildenden Künste eine Heimat geboten. Willkommene Gelegenheit für den Stadtheimatbund, in einer Ausstellung die „Demmings“ zu zeigen.

Und trotz aller Verschiedenheit der Persönlichkeiten und Künste – Lebendigkeit, Neugier und Vielfalt ist dem Trio gemein. Augenfällig ist dies besonders bei Bettina Demming. Autodidaktisch hat die Älteste sich schwierige Techniken wie die Lithographie angeeignet. Auch in ihrer Stilistik ist Bettina Demming breit aufgestellt. Abstrakte Stimmungen wie die „Sonnengezeiten“ und Mondgezeiten“ touchieren leicht das Gegenständliche, das sie aber auch figürlich auf die Leinwand bringt – mal naiv pittoresk als „Vier Jahreszeiten“, mal gestisch wild oder diszipliniert in Frauenporträts. Selbst energiereicher abstrakter Expressionismus ist zu sehen. Der korrespondiert mit einem Gedicht ihres Vater: „Up enen Aohm“. Das ist in einem Atemzug laut zu sprechen. Auch wer kein Apnoe-Taucher ist, kann es schaffen . . .

Ein Gedicht über die Kirmes war es, das Tochter Sophia zu einem Foto vom Send inspirierte. Wilde bunte Farben, die trotzdem die Architektur der Fahrgeschäfte widerspiegeln. In der Torhaus-Galerie zeigt die Fotografin ihre strenge Seite: Architektur-Fotografie. Dabei gelingt es ihr, selbst uralten münsterischen Bekannten wie dem Iduna-Hochhaus, dem Alten Fischmarkt und dem Theater höchst ungewöhnliche Perspektiven abzuringen.

Auf einer Stellwand finden sich in einem wilden Assoziationsfeld alle drei wieder – darunter ein Foto von Sophia Demming: „Ein toter Hornfisch kann keine Tomate fressen“. Die Gräte des „Aals für Arme“ hinter einem Paradeiser, wie der Österreicher den roten Liebesapfel nennt. Die Demmings kommentieren Leben oft mit Witz. Apropos: Dichter Demming kann auch Kunst. Nicht nur sein „Rosenmontagsumzug“ in 111 bunten Versen oder Haiku „Ossuarium“ (Beinhaus) über den Tod mit einer Schrift im Bauhaus-Stil zeigt das. Ausgestellt wird zudem eine kleine Kritzelzeichnung, die der ehemalige Pauker in einer „langweiligen Konferenz“ zu Papier brachte: ein gefühlsgeladenes Meeting-Monster.

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Die Ausstellung wird am Sonntag (3. September) um 11 Uhr in der Torhaus-Galerie, Neutor 2, eröffnet. Sie ist bis zum 27. Oktober zu sehen. Am 1. Oktober um 17 Uhr heißt es dort „Demming liest Demming“.

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