Fr., 22.09.2017

Erstes Rathauskonzert der Saison in Münster Launig bis zum Kehraus

Musizierten im Rathausfestsaal: Miloš Dopsaj, Friederike Wiechert, Risa Kobayashi und Jochen Schüle (v. l.)

Musizierten im Rathausfestsaal: Miloš Dopsaj, Friederike Wiechert, Risa Kobayashi und Jochen Schüle (v. l.) Foto: Wittenberg

Münster - 

Sicht- und hörbaren Spaß hatten Musiker und Publikum beim ersten Rathauskonzert der neuen Saison am Donnerstagabend. Allein die nicht alltägliche Besetzung mit Flöte, Fagott, Posaune und Klavier regt zum Schmunzeln an: Was kann man denn da überhaupt spielen?

Von Frederik Wittenberg

Eine Menge. Das Programm hatte einen Schwerpunkt auf französischer Musik vornehmlich des 20. Jahrhunderts von Komponisten wie Jean Français, Eugène Bozza oder Alexandre Guilmant. Das Konzert wurde somit für manchen Zuhörer zu einer manchmal augenzwinkernden Entdeckungsreise durch das Repertoire und durch ungewohnte Zusammenklänge.

Der Einstieg mit Antonio Vivaldis Sonate a-Moll für Flöte, Fagott und Basso continuo zeigte beispielhaft die Bandbreite an Ausdruck. Friederike Wiechert an der Flöte und Miloš Dopsaj am Fagott spielten sich die thematischen Bälle mal sanglich, mal hochvirtuos zu. Spielfreude und Geläufigkeit in den schnellen Passagen sowie das Auskosten des Lamento-Tons in den langsamen Sätzen waren beiden anzumerken. Das „Morceau symphonique“ für Posaune und Klavier von Guilmant ist als Probestück für die Aufnahme am Pariser Konservatorium komponiert worden. Jochen Schüle präsentierte sein Instrument weitab vom Krachmacher-Image, das die Posaune im Orchester oft hat. Mühelos ging er durch die Lagen und Register und schwelgte im romantischen Klang, der ebenso erdig-kraftvoll wie ätherisch-schwebend daherkam.

Mit den vier „Impromptus“ von Français wechselte die Stimmung. Slapstickartige Motivfetzen der beiden Holzbläser flogen durch den Raum, um dann einem sanften Umschmeicheln der beiden Instrumente im „Amoroso“ Platz zu machen. Wunderbar, wie die beiden Solisten dank hervorragender Technik zeigten, wie humorvoll neue Musik sein kann. Mit dem Concertino für Posaune von Lars-Erik Larsson stand Jochen Schüle in dieser Hinsicht seinen Mitstreitern in nichts nach, von Risa Kobayashi schwungvoll am Klavier begleitet. Mit Eugène Bozzas Sonatine für Flöte und Fagott gab es einen launigen Kehraus.

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