Mi., 25.10.2017

Konzert in der Halle Münsterland Rund 6500 Fans feiern Kraftklub in Münster

Konzert in der Halle Münsterland: Rund 6500 Fans feiern Kraftklub in Münster

In der ausverkauften Halle Münsterland spielte die deutsche Band Kraftklub. Rund 6500 Fans feierten die fünf Musiker aus Chemnitz. Foto: Markus Lehmann

Münster - 

„Keine Nacht für niemand“? Von wegen! Ausgerechnet das Konzert der Band Kraftklub unter dieser Überschrift lockte am Dienstagabend so viele Besucher an wie kaum ein anderes in diesem Jahr in Münster. Und so wurde es eine Nacht für viele. 

Von Günter Moseler

Scheinbar strömten die Massen zu einem Totalhappening, auch das Bier floss in Strömen, der Kraftstoff der Stunde: Für das Konzert der angesagtesten Chemnitzer Rockgruppe „Kraftklub“ war Vorglüh-Ekstase angesagt. Flaschenpfandsammler beluden ihre Fahrräder wie Packesel: „Tolle Saison heute!“ Jeder strebte nach einem Vorsiedepunkt – denn die Halle Münsterland bebte wie ein Flugzeugträger vor dem Ablegen.

Das Punk-Rock-Damen-Trio "GURR" heizte da schon der restlos überladenen Halle mächtig ein: „Hallo Münster, seid ihr gut drauf?“ Während Andreya Casablanca, Laura Lee und Bassistin Jill ihre Titel krachen ließen, herrschte im Unter-, Mittel- und Oberdeck der Halle emsige Betriebsamkeit, stand und saß man oder lief querfeldein, raus und rein. Kaum nannte Miss Casablanca einen Titel, da explodierte schon die Menge, Casablanca: „Das könnt ihr gar nicht kennen, das ist ganz neu, aber danke trotzdem, dass ihr schreit“.

Ohrenbetäubender Auftakt

Plötzlich eine Detonation, als ob Urwald-Trommeln, Maschinen und Motoren, Entsetzens- und Jubelschreie der letzten Jahrtausende in einer einzigen Sekunde reloaded würden: Kraftklub ist da!

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Zunächst als Schattengestalten hinter einem Vorhang in Piratenrot, der wie ein Plissee-Rollo zu Boden flattert, präsentieren sich die fünf Musiker in klassischer Aufstellung mit Frontsänger Felix Brummer in der Mitte, Max Marschk bearbeitet das Schlagzeug, Karl Schumann und Steffen Israel spielen ihre Gitarren in Grund und Boden und Till Brummer grundiert die Laserstrahl-Beats mit seinem E-Bass.

„Keine Nacht für niemand“ lautet das Motto des Abends (und Titel des neusten Albums), später wird Felix Brummer den Erhitzten im Saal ein „Keine Nacht für Münster“ abfordern und die Choreographie der Deckenstrahler über den Köpfen des Publikums mit synchroner Perfektion die Lichtschwerter kreuzen lässt. Felix donnert „Hallo Nacht“ von der Bühne, als dürfte es die nicht mehr geben. Die Halle verwandelt sich in eine Hüpfburg, von „Fenster“ versteht man im Publikumschaos nur Fetzen: „Ich verliere die Geduld“.

Fotostrecke: Halle Münsterland - die besten Fotos der vergangenen Jahre

Ätzende Kritik

Irgendwann zieht die Zeile „denn im Studio sind 44 Grad“ vorbei - wie heißt denn der Song dazu? „Keine Ahnung, bin gerade so in emotion“, meint der Nebenmann, den Blick fest auf Felix gerichtet, den ein Deckenstrahler zur Lichtgestalt erhebt. „Ich bilde mir ein, dass da noch ein paar Leute sitzen“, ruft die Lichtgestalt, da deklamiert die Halle noch ein paar Zeilen vom letzten Song.

Fast vergisst man bei dieser Kraftklub-Krawall-Kunst die ätzende Konsum- und Politkritik. Die klingt - „Spring' aus dem Fenster für mich/Auch du kannst was erreichen“ - wie eine ironische Subversion im Endlosscheifen-Fortissimo – man brüllt die Wahrheit mit, ohne ein Wort zu verstehen. Irre.

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