Do., 23.11.2017

Jahresausstellung der Ateliergemeinschaft Schulstraße mit Gästen aus München Tierische Vielfalt

Märchenhafte Zuckersucht: Luzia-Maria Derks bringt mit Verpackungsmaterial einen schön-traurigen Märchenwald an die Wand – ein Hänsel mit Mozartkugel-Lederhose inklusive.

Märchenhafte Zuckersucht: Luzia-Maria Derks bringt mit Verpackungsmaterial einen schön-traurigen Märchenwald an die Wand – ein Hänsel mit Mozartkugel-Lederhose inklusive. Foto: Gerhard H. Kock

Münster - 

Fast 50 Künstler stellen in der Jahresausstellung der Schulstraße 43 am Wochenende aus. Und das liegt an den Bayern. Denn die Künstler des Atelierhauses Dachauer Straße in München pflegen einen Austausch mit den Münsteranern. Im Juni waren die dort, jetzt sind die hier. Zusammen mit den 15 Gästen sowie zwei Gaststipendiaten der Kunstakademie Münster zeigen die 16 Schulstraßler ein breites Spektrum künstlerischer Positionen.

Von Gerhard H. Kock

Fotostrecke: Jahresausstellung 2017 der Schulstraße 43

Mit Anna Olkina ist noch eine weitere Malerin vertreten. Ruppe Koselleck pflegt mit Künstlerinnen aus Burjatien einen Austausch. Dort ist die Ausbildung stark handwerklich geprägt. „Transkulturelle Turbulenzen“ nennt er seine Installation, in der ein Selbstporträt Olkinas auf die Dokumentation des Projektes schaut.

Transkulturelle Turbulenzen zeitlicher Art bringt Nikola Hammacher in ihre Lichtkästen. Sie zeigt scheinbar Kinder, die unter der Decke mit der Taschenlampe lesen. Es sind aber Erwachsene, die mit ihren Smartphones das Dunkel der nächtlichen Wohnung punktuell erhellen. Verstörend und romantisch zugleich.

Es gibt einiges an Tieren in der Schulstraße zu sehen. Anne Kückelhaus bringt den Gefühlsausdruck der Tiere als Keramik, Scherenschnitt oder Installation an die Wand. Klaus Geigle hält sich des Öfteren im Naturkundemuseum auf. „Ich male mich durch die heimische Tierwelt“, meint er schmunzelnd, wobei hier Knochen und Fauna als Anlass für malerische Gesten-Variationen genommen werden. Und Humor ist auch dabei: Titel für einen „halbwüchsigen“ Kuckuck und seinen winzigen Ziehvogel: „Alle elf Minuten verliebt sich ein Vogel auf bird­ship.de“. Christine Rokahr setzt ihre Rotkehlchen-Serie fort mit herzigen Szenen wie der „Familienkonferenz in der Heide“ oder „Kamikaze“, auf dem sich ein tollkühner Piepmatz durch ein Kirschblütenmeer in den Frühling schießt.

Unter den Gästen ist Ulrich Haarlammert, der nicht nur Skulpturen zeigt, sondern aus seiner Fotoserie Gegenwarten „Polaris“: Möwen im Nachthimmel bilden den Großen Wagen, und den Polarstern verdeckt die größte. Candia Neumann ist mit surrealen Installationen vertreten: ein gedeckter Tisch mit Knochen und Jäger-Hochsitzen. Serenella Dodi zeigt „Erdengel“, erdige Wesen aus dem Gestern und Morgen. Kenryo Hara führt Japans lange Tradition der Kaligraphie auf avantgardistische Weise weiter.

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Die Ausstellung wird am Donnerstag (9. November) um 19 Uhr in der Schulstraße 43 eröffnet. Geöffnet ist sie am Freitag und Samstag von 15 bis 20 Uhr sowie am Sonntag von 12 bis 18 Uhr.

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