So., 12.11.2017

Junges Theater setzt das „Soap-Ding“ im Pumpenhaus fort Rabea ist weg – aber ihr Handy lebt noch

Viele Fragen in der WG: Szene mit Shaun Fitzpatrick (hinten), Timo von der Horst und Nina Deninger.

Viele Fragen in der WG: Szene mit Shaun Fitzpatrick (hinten), Timo von der Horst und Nina Deninger.

Münster - 

Nachdem Zwilling Rabea in der ersten Soap-Folge auf mysteriöse Weise ums Leben gekommen ist, muss die zweite Folge, die am Wochenende im Pumpenhaus zu sehen war, ohne die zornige junge Dame auskommen. Das ist ein bisschen schade, weil sie sich trotz – oder gerade wegen – ihrer Wutanfälle in die Herzen der Zuschauer gespielt hatte. Aber es gibt Hoffnung. Ihr Smartphone lebt nämlich weiter und hat auch schon die erste SMS aus dem Jenseits gefunkt. Ist Rabea vielleicht gar nicht tot? Oder hat sich nur wer in ihr Telefon gehackt?

Von Helmut Jasny

Das sind Fragen, mit denen man eine Fortsetzungsgeschichte spannend halten kann. Und weil das so ist, hat das Autorenteam um Christoph Tiemann gleich noch ein paar andere aufgeworfen. Da sind zum Beispiel Pia und Dino von der Dönerbude. Warum klaut Pia ihrem Mann 3000 Euro aus der Kasse? Was hat sie mit Zunge zu schaffen, dem zwielichtigen Kammerdiener der Perlenbachers? Und warum verkaufen die beiden eigentlich keine Pizza, wo sie doch so italienisch klingende Namen haben?

Ein weiterer Kandidat für ungelöste Fragen ist Thommy, der neue WG-Bewohner, der sich so hilfsbereit um die gelähmte Mucci kümmert und dabei ausgiebig im Haus der Perlenbachers herumschnüffelt. Oder Zahnarzt Oswald, der amourös immer noch zwischen seiner Assistentin Marie-Belle und Dauerpatientin Claire pendelt. Und natürlich Robert Perlenbacher selbst, der hygieneversessene Hausherr, der plötzlich auf die Idee kommt, allen Bewohnern zu kündigen und das Anwesen wieder in ein Hotel zurückzuverwandeln.

Allerdings lässt sich die zweite Folge reichlich Zeit, diese Fragen aufzuwerfen. Die erste Hälfte der rund zweistündigen Aufführung geht mit einer Vertiefung der Charaktere drauf, bei der man eigentlich nichts wesentlich Neues erfährt. Dafür gibt es Auftritte der drei Bardamen aus dem Untergeschoss, die auch als Chor in einer griechischen Tragödie eine gute Figur machen würden. Ebenfalls schön anzuschauen sind diverse Tanzeinlagen und ein Luftgitarren-Solo der Perlenbacher-Brüder. Weniger schön ist, dass sich Chris jetzt an den anderen Zwilling heranmacht, nachdem ihm der erste weggemordet wurde. Und natürlich gibt es auch eine neue Leiche. Dino vom Dönerladen hat es jetzt erwischt. Beim Heimwerken!

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