Fr., 17.11.2017

„Kappe App“ feiert 25-jähriges Bestehen mit einer launiger Zeit-Analyse 100 Jahre monarchiefrei und mehr

Das „Kappe App“-Team steht (v.l.): Marcello Lang, Matthias Menne, Ulrich Sprenger, Manni Kehr, Michael Holz, Michael Tumbrinck, Gabriele Brüning, Christiane Balster, Björn Schimpf und Cornelia Kabbaj.

Das „Kappe App“-Team steht (v.l.): Marcello Lang, Matthias Menne, Ulrich Sprenger, Manni Kehr, Michael Holz, Michael Tumbrinck, Gabriele Brüning, Christiane Balster, Björn Schimpf und Cornelia Kabbaj. Foto: Kappe App

Münster - 

„Jetzt gibt es auch in Münster Stunk“ lautet am 2. Februar 1994 die Schlagzeile und „Die Provinz tobt – Kappe app“ dann zu Altweiberfastnacht im Jovel das Motto der „1. Münsteraner Stunksitzung“. Heute kann Gabriele Brüning sagen: „25 Jahre Kappe App? Ein Wahnsinn!“ Und der soll gefeiert werden: „Kappe App forever“ heißt das Motto des alternativen Karnevals 2018.

Von Gerhard H. Kock

„Wir nehmen die Zeit in den Blick“, skizziert die Regisseurin die Leitlinie des neuen Programms, für das es ab sofort Karten gibt. Hat sich viel verändert in der Zeit vom Affen bis zum Menschen? Zweifel sind erlaubt. Themen sind andere Silber-Jubiläen – Silberhochzeiten von Paaren zum Beispiel, die nie hätten zusammenkommen dürfen. Es gibt einen Jubiläumsmarathon im Reichstag: „100 Jahre monarchiefrei“. Und 125 Jahre Rolltreppe werden gefeiert. Oder „Gegensätze“ offenbart: 70 Jahre Grundgesetz – 70 Jahre Augsburger Puppenkiste.

Selbstverständlich spielen die Skulptur-Projekte eine Rolle. Ein Bürgerforum diskutiert über Geschichte und Zukunft der internationalen Ausstellung zwischen Depression und Euphemismus, zwischen Oberbürgermeister Lewe („Es war doch schön.“) und Kurator König („Kunst muss Widersprüche hervorrufen.“) Apropos Lokalpolitik. „Da gibt es ja einiges“, so Brüning: das immerwährende neue Preußenstadion, die spannende Wohnungssituation, die Profanierung von Kirchen, der Katholikentag. Und was passiert eigentlich mit dem Knast?

Auch Zaubereien werden wieder dabei sein: eine zersägte Jungfrau und schwebende Kisten. Der Zeitgeist wird angesprochen, konkret der oft lebenslange Versuch, gesehen zu werden nach der „Andy Warhol“-Parole und Vorhersage: „In Zukunft wird jeder 15 Minuten weltberühmt sein.“ Das „#MeToo“ zur sexuellen Belästigung im Alltag kommt auf die Bühne: „To you or to me”, „Me too“, „Too much“ – vom „Zu mir oder zu dir?“ über „Ich auch.“ zum „Zu viel!“?

Es wird wieder sieben Aufführungen geben. Zwei davon finden am Wochenende nach Aschermittwoch statt. „Das hat sich bei der Premiere beim vorigen Mal bewährt“, berichtet Gabriele Brüning. Die „Kappe App“-Mitwirkenden sind seit ein paar Jahren unverändert: Marcello Lang, Matthias Menne, Ulrich Sprenger, Manni Kehr, Michael Holz, Michael Tumbrinck, Gabriele Brüning, Christiane Balster, Björn Schimpf und Cornelia Kabbaj.

Zum Thema

Vorstellungen bei Lappe, Nieberdingstraße, sind am 2., 3., 9. und 10. Februar um 20 Uhr sowie am 11. Februar um 18 Uhr, ferner am 16. und 17. Februar um 20 Uhr. Karten gibt es im WN-Ticket-Shop am Prinzipalmarkt oder online.  | kappe-app.de

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