Rückkehr ins Kino seiner Jugend
Der gebürtige Münsteraner Jan Speckenbach stellte im Cinema seinen Film „Freiheit“ vor

Münster -

„Freiheit“, so der Titel des zweiten Langfilms von Jan Speckenbach, spielt mit der Verunsicherung des Zuschauers, stellt viele Fragen, gibt kaum Antworten. Entsprechend lebhaft gestaltete sich am Donnerstag im Cinema die Diskussion mit dem Publikum. Für den Regisseur war die Münster-Premiere seines Films über eine Frau mittleren Alters (Johanna Wokalek), die scheinbar grundlos aus ihrem geregelten Leben aussteigt, ein Heimspiel: Speckenbach wurde 1970 in Münster geboren, entdeckte seine Liebe für den Film in den Sälen des Programmkinos an der Warendorfer Straße.

Freitag, 09.02.2018, 16:02 Uhr

Jan Speckenbach stellte seinen Film „Freiheit“ vor.
Jan Speckenbach stellte seinen Film „Freiheit“ vor. Foto: phr

„Hier habe ich meinen ersten Kinofilm gesehen“, erinnert sich Speckenbach , der später in Berlin, München und Paris studierte, unter anderem als Videokünstler für den Regisseur Claus Peymann tätig war. Manchmal habe er im Cinema bis zwei oder drei Uhr nachts vor der Leinwand gesessen. Regisseur wollte er schon als Jugendlicher werden, damals war er Schüler am Schillergymnasium.

Dass Speckenbach, dessen Film „Freiheit“ 2017 im Wettbewerb von Locarno lief, aber tatsächlich Karriere machen würde, ahnte er damals noch nicht. Mit einer Super-8-Kamera hätten er und drei Freunde erste cineastische Versuche unternommen. „Am Hafen“, sagt er, „aber der hat sich ja mittlerweile völlig verändert.“ Etwas „anrüchig“ sei ihr Drehort seinerzeit gewesen, ideale Inspiration für eine kurze „Paranoia-Geschichte“.

Als Speckenbach am Donnerstag nach dem Abspann unter Applaus den Kinosaal betritt, blickt er auch in bekannte Gesichter: Freunde von früher sind zur Premiere gekommen, Menschen, mit denen er seine Leidenschaft für den Film teilte und immer noch teilt. „Es geht in meinem Film um Erinnerungen“, sagt er. „Es geht um die Frage, ob man sich nachträglich neu entwerfen darf. Dann würde man sich schließlich vergessen und wäre am Ende ein anderer Mensch.“

Anzeige
Anzeige
http://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/5504136?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F92%2F646285%2F
Van verunglückt: Frau tot, Mann und drei Kinder schwer verletzt
Unfall auf der Autobahn 31: Van verunglückt: Frau tot, Mann und drei Kinder schwer verletzt
Nachrichten-Ticker