Landesmuseum zeigt Video „Münsteranerin“ von Pipilotti Rist
Glieder wie Blütenblätter

Münster -

Die Videoarbeit von Pipilotti Rist ist wieder im Kunstmuseum des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe (LWL) zu sehen. Ab einbrechender Dämmerung sieht man einen Videoloop bis 2 Uhr nachts. Informationen zur Arbeit liegen an der Kasse im Museumsfoyer aus.

Dienstag, 13.02.2018, 18:02 Uhr

„Münsteranerin“ heißt die blumige Videoinstallation im Innenhof des Landesmuseums.
„Münsteranerin“ heißt die blumige Videoinstallation im Innenhof des Landesmuseums. Foto: LWL / Hanna Neander

„Münsteranerin“ – so nennt Pipilotti Rist ihre für den Patio des Landesmuseum für Kunst und Kultur konzipierte Videoarbeit. Das Kunstwerk wurde als Geschenk der Freunde des Museums für diesen Ort von der Schweizer Künstlerin entwickelt. Als halböffentlicher Raum zwischen Museum und Vorplatz ist der Patio als Präsentationsort für Videokunst geeignet: Die Videoprojektion fungiert als Begrüßungskunstwerk für die Besucherinnen in diesem Transitraum, der weder außen noch innen ist.

Zu sehen sind Aufnahmen von Blumen, die mit einer Hochgeschwindigkeitskamera aufgenommen wurden. Die Künstlerin vergleicht Blumen mit Kunstwerken im Museum, „auf die sich die Münsteranerinnen geeinigt haben, dass sie wertvoll, wichtig oder schön sind. Solche Übereinkünfte erzeugen Erholung und Ruhe für unser Gehirn. Dasselbe passiert, wenn wir Pflanzen betrachten und wertschätzen. Durch ihre Inszenierung in der kontinuierlichen Bewegung stellen die Pflanzen aber auch die vorbei schlendernden Menschen dar, welche zum großen Teil in Münster verwurzelt sind.“

Die Blumenbilder werden mit geografischen Aufnahmen Münsters ergänzt und mit Aufnahmen schwebender Menschen zu einem Begrüßungstanz kombiniert: „Durch die tanzenden Bewegungen haben die Blumen einen befreienden, wilden und hysterischen Charakter. All unsere Glieder wie Arme, Finger, Beine, Zehen, Haare, Nase, Schamlippen und Ohren sind wie Blütenblätter, die sich in den Turbulenzen der Atmosphäre wiegen“, so die Künstlerin. „Durch gemeinsame Museumsbesuche bestäuben wir uns gegenseitig geistig und neue Blüten werden entstehen.“

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