Scott Matthew im Pumpenhaus
Fröhlicher Mensch singt Moll

Münster -

„I wanna dance with somebody“ – Withney Houstons Partyhit aus den 80ern kam am Ende: sehr langsam, unplugged gesungen von vier munteren Männerstimmen im ziemlich sauberen Quartett. Die Zuhörer freuten sich über die eigentlich fröhliche Nummer – die allerdings im sehr ruhigen Tempo und mit auffallend viel Moll serviert wurde. Scott Matthew hat es nun einmal mit langsamen, sentimentalen Songs voller Weltschmerz und Liebe; er bleibt sich selbst beim Covern ehemaliger Tanzbodenhits musikalisch treu.

Dienstag, 22.05.2018, 18:05 Uhr

Scott Matthew gastierte im Pumpenhaus.
Scott Matthew gastierte im Pumpenhaus. Foto: Heike Eickhoff

­Matthews Auftritt (veranstaltet vom Konzertbüro Schoneberg) füllte am Mittwoch das Pumpenhaus bis zum allerletzten Sitzplatz. Gerade erst erschien sein neues Album „Ode to ­Others“ – Lieder, die er Familie und Freunden gewidmet hat. Diese Lieder werden wohl nie von größeren Gruppen am Lagerfeuer geschmettert werden, aber sie schleichen sich angenehm ruhig und sehr entspannend ins Ohr. Scott Matthew bereitet mit seiner Musik den Zuhörern eine entspannte Zeit, das Sentimentale belebt als skurriles Sahnehäubchen die sanften Balladen.

Begleitet von Klavier, Gitarren und Cello (manchmal um Bass, Melodica und Ukulele verstärkt und unauffällig vom Synthesizer mit goldenem Klang veredelt) kommt Scott Matthew wie ein Liedermacher daher, der spontan seine Freunde mitbringt. Tatsächlich sind seine Lieder bis ins Detail überlegt arrangiert, kein Ton ist zu viel oder zu wenig; das Cello darf sich nur manchmal in schönen, betont kitschigen Kantilenen wiegen; das Klavier wirft sparsam Töne ein, und zwei „Chicken Shakes“ (rasselnde Kunststoffeier in bunten Farben) sorgen dezent für ein bisschen Perkussion.

Matthew zwingt seine Stimme (ein samtiger Naturbariton mit einem Hauch Barry-White-Erotik) immer wieder in die Höhe, klingt so noch emotionaler und druckvoller. Darüber muss er selbst lächeln und erzählt launig von den hohen Tönen der frühen Jahre. Gemütlich leert er fast eine Flasche Wein (versetzt mit Wasser) während des anderthalbstündigen Konzertes, das er ohne Pause spielt. Es ist eine gute Entscheidung, auf eine Unterbrechung der kuscheligen Atmosphäre durch eine Pause zu verzichten.

Außer neuen Songs mischt Scott auch einige ältere ins Programm, moderiert schmunzelnd und entpuppt sich dabei als fröhlicher Mensch, der ungemein gern lacht.

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