Launiges Kinderkonzert des Sinfonieorchesters über zeitgenössische Musik
Ein Teddy in der Tuba klingt komisch

Münster -

Nanu? Alle Stühle auf dem Podium sind leer. „Wo steckt das Orchester?“ Moderator Hartwig Maag wuselt hin und her, befragt den Dirigenten Stefan Veselka – bis endlich die Mitglieder des Sinfonieorchesters Münster ihre Plätze einnehmen, um beim Kinderkonzert ihren Dienst anzutreten. Aber was haben die eigentlich vorher gemacht? Davon erzählt das witzig-verspielte Stück „Das Orchester geht zum Konzert“ von Moritz Eggert.

Montag, 18.06.2018, 18:04 Uhr

Informationen über das Orchester vermittelte beim Kinderkonzert (v.l.) Moderator Hartwig Maag mit Geiger Mihai Ionescu und Dirigent Stefan Veselka.
Informationen über das Orchester vermittelte beim Kinderkonzert (v.l.) Moderator Hartwig Maag mit Geiger Mihai Ionescu und Dirigent Stefan Veselka. Foto: Arndt Zinkant

Die kleinen Zuhörer lernen: Der Musiker-Wecker klingelt gern auch mal spät, so um drei Uhr nachmittags, weil ein Orchester oft erst abends zur Arbeit, sprich: zum Konzert kommen muss. Auf Leinwand-Fotos erscheinen dann einige Instrumentalisten: Matthew, der Tubist, dessen Tuba so komisch klingt, weil sein kleiner Sohn den Teddy darin vergessen hat; Julia, die Flötistin, die ihre langen Haare föhnt; Kontrabassist Michael, der mit Münsters dreisten Leezen-Fahrern zusammenprallt; dann Armin, der Hungrige („ein leerer Bauch musiziert nicht gern“), der sich vorab noch mit Spaghetti versorgt. Da wuselt Moderator Maag mit Kochlöffel und -mütze durchs Orchester, während die Klänge raffiniert das Geschehen untermalen.

Irgendwo zwischen Lautmalerei und maßvoller Moderne zaubert Komponist Moritz Eggert die passende Klangtapete zum Geschehen. Und was noch wichtiger ist: Der Erzähler führt die Kleinen zur Musik durch die Story, so dass das Orchester nicht dauernd aussetzen muss. So macht das Spaß!

Dagegen fiel leider das zweite Stück ab. Das Violinkonzert „Facetten“ des Münsteraners Ulrich Schult­heiss stammt von 2014, ist damit jünger als so mancher Besucher. Nicht, dass man Kinder unterfordern sollte. Und nicht, dass dies Stück keine attraktiven Klangreize parat hätte – aber es ist eben nicht für Kinderohren gedacht. Da nützt es auch wenig, dass Maag eine Kaleidoskop-Brille aufsetzt, um auf die vielen Klangfarben hinzuweisen, die Schultheiss sich ausgedacht hat.

Wenn dann der Komponist in einem Video (warum nicht live?) sein Konzert erklärt, folgt das übliche Wechselspiel: Erklärung – Musik, Erklärung – Musik. Da ließ die Konzentration der Kinder deutlich nach. Dem virtuosen Spiel von Solo-Geiger Mihai Ionescu applaudierten sie natürlich dennoch ganz laut.

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