Kulturquartier Münster wirbt um weitere Unterstützer und Mieter
Natur und Kultur im Einklang

Münster -

Nach dem Spiel ist vor dem Spiel, so lautet eine Fußballerweisheit. Auf das Kulturquartier an der nordöstlichen Peripherie Münsters angewendet, könnte man sagen: Nach dem Bau ist vor dem Bau.

Freitag, 29.06.2018, 21:21 Uhr

Sommerblüten und ein hölzerner Bauriegel: Das Kulturquartier Münster ist seit fast einem Jahr in Betrieb. Mit dem aktuellen Projekt „Proberaum frei“ wollen die Mitgesellschafter Frank Oldengott und Thomas Grollmus mehr Chöre und Bands in die Räume locken.
Sommerblüten und ein hölzerner Bauriegel: Das Kulturquartier Münster ist seit fast einem Jahr in Betrieb. Mit dem aktuellen Projekt „Proberaum frei“ wollen die Mitgesellschafter Frank Oldengott und Thomas Grollmus mehr Chöre und Bands in die Räume locken. Foto: Loy

Nach dem Spiel ist vor dem Spiel, so lautet eine Fußballerweisheit. Auf das Kulturquartier an der nordöstlichen Peripherie Münsters angewendet, könnte man sagen: Nach dem Bau ist vor dem Bau. Doch alles zu seiner Zeit. Zumindest dürfen die emsigen privaten Bauherrn, Gesellschafter und Geldgeber längst so etwas wie „Halbzeit“ feiern. Einer von zwei geplanten Gebäuderiegeln steht, die ersten Mieter sind „eingezogen“. Ob es sich nun um Musiklehrer, Tanz-Gruppen oder Umweltgruppen handelt. Gleichwohl: Die Auslastung liegt bislang erst bei 20 Prozent, was Thomas Grollmus, der das Kulturquartier gewissermaßen als Hausmeister betreut, und seinen Compagnon Thomas Oldengott in die Öffentlichkeit treibt: „Räume schnuppern im Kulturquartier“ heißt bis zum 26. August eine neue Aktion, die kulturaffine Gäste und Probanden ins hölzern-urige Quartier mit der südlichen Aussicht ins Mariendorfer Grünland locken soll.

Von den Gewerbebauten, Autohäusern und Bürokästen hebt sich das Kulturquartier an der Rudolf-Diesel-Straße wohltuend ab. Der langgestreckte Holzbau wird von bunten Türen und Fenster unterbrochen. Kräuter, Zucchini, Salat und Tomaten gedeihen auf einer kleinen Terrasse. Ein Bagger planiert Mutterboden. Für die Veranstaltungen im Sommer werden in den kommenden Wochen eine Außenbühne, Hochbeete (Grollmus: „Hier gibt es jede Menge Kaninchen!“) und eine Sommerwerkstatt entstehen.

Ein Rückblick: Im September 2017, nach nur fünf Monaten Bauzeit, eröffnete das Kulturquartier. Auf 220 Quadratmetern Nutzfläche verfügt es seitdem über fünf Räume zwischen 16 und 70 Quadratmetern. Das Grundstück kostete 200 000, der erste Gebäuderiegel rund 600 000 Euro. „Jetzt müssen wir mal erst Kredite zurückzahlen“, antwortet Grollmus auf die Frage, ob der zweite geplante Gebäuderiegel, der rund eine Million kosten und auch einen größeren Veranstaltungsraum beherbergen soll, schon bald realisiert werden kann. „Wenn wir uns jetzt mit dem ersten Bauabschnitt so ,eingrooven’ können, sind wir schon glücklich“, betont er.

Inzwischen finden, wie Grollmus und Oldengott im Gespräch berichten, regelmäßig Musikunterricht, Tanz, Proben und Seminare, Konzerte und Vorträge statt. Darüber hinaus dient das Kulturquartier als Treffpunkt bürgerschaftlicher und ökologischer Initiativen. „Das Kulturquartier hat sich zu einem innovativen kulturellen Zentrum in Münsters Norden entwickelt“, heben die Gesellschafter hervor. Es verbinde die Kultur mit den wichtigen Themen der Zeit, stehe für eine multikulturelle Gesellschaft der Wertschätzung und der sozialen Gerechtigkeit. Die Musik bildet dabei eine grundlegende Basis. Zweck des Hauses ist die Bereitstellung von „kostengünstigen und inspirierenden Räumen für Musik, Bildung und Kultur“. Das Gebäude spiegelt dabei in seiner besonderen Bauart viele Aspekte der Philosophie des Kulturquartiers wider: Offenheit und Individualität, respektvoller Umgang mit Ressourcen und Wertschätzung von gebrauchten Gütern. Die Einheit von Neubau und Natur.

Privatpersonen und Unternehmen waren von Anfang an mit im Boot. Aktuell haben gerade die Abfallwirtschaftsbetriebe Münster Kompost für die Hochbeete und Teile des Gartens zur Verfügung gestellt. Das freut die Gesellschafter, die auch auf solche Aktionen angewiesen sind und sich großzügige Nachahmer und Spender erhoffen.

Nach dem Motto „Proberaum frei” können Interessierte bis zum 26. August die Räume im Kulturquartier zu besonderen Konditionen nutzen, zum Beispiel für ein Chor- oder Band-Projekt, für Musikproben, einen Workshop, ein Seminar oder für einen Initiative-Treff. An einem oder mehreren Tagen, ohne bindenden Mietvertrag und zu Bedingungen, die selber mitgestaltet werden können.

Zum Thema

Am 21. Juli steigt am Kulturquartier von 14 Uhr bis in die späten Abendstunden das „Nordrandfest“. Präsentiert wird ein buntes Kultur-Programm mit Musikbands, Liedermachern und Verkaufsständen, an denen man Bücher, CDs und Filme erwerben kann. Auch für Essen und Trinken ist gesorgt.

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