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Di., 12.07.2016

Bundeswehr-Abzug Stadtfest-Team entschuldigt sich

Die Bundeswehr zog am Freitagmittag einen Spähwagen und ein Sanitätsfahrzeug von ihrer Präsentationsfläche auf der Stubengasse ab. Die Organisatoren des Stadtfestes hatten sie darum gebeten.

Die Bundeswehr zog am Freitagmittag einen Spähwagen und ein Sanitätsfahrzeug von ihrer Präsentationsfläche auf der Stubengasse ab. Die Organisatoren des Stadtfestes hatten sie darum gebeten. Foto: kal

Münster - 

Drei Tag nach dem unfreiwilligen Abzug von zwei Bundeswehr-Fahrzeugen haben die Stadtfest-Organisatoren ihren Schritt in einer gemeinsamen Erklärung begründet. Das Schreiben enthält auch eine Entschuldigung.

Von Martin Kalitschke

Der Abzug von zwei Bundeswehr-Fahrzeugen von der Stubengasse ist „keinesfalls als politische Aussage zu verstehen“. Dies haben die zehn Gesellschafter des Stadtfestes am Montag in einer gemeinsamen Erklärung klargestellt. Vielmehr hätten sie die Platzgestaltung „korrigieren“ wollen, nachdem sie von den Dimensionen und der Wirkung der Fahrzeuge „überrascht“ gewesen seien.

Zugleich betonen die Gesellschafter, dass die Bundeswehr „als Teil unserer Gesellschaft und engagierter Arbeitgeber in der Region“ ein gern gesehener Teil des Stadtfestes sei. Die Organisatoren distanzieren sich ausdrücklich von politischen Interpretationen. Zudem erklären sie: „Entschuldigen wollen wir uns bei jenen, die sich gekränkt oder verletzt fühlen.“

Rückendeckung bekommen die Organisatoren am Montag vom Veranstalter des Festes, der Stadt Münster . Fritz Schmücker vom Münster-Marketing appelliert, die Bitte der Organisatoren an die Bundeswehr, die Fahrzeuge abzuziehen, nicht symbolisch zu bewerten. „Sie haben sozusagen das Bühnenbild korrigiert, ein ganz normaler Vorgang.“

Unterdessen ist unter politischen Parteien und Organisationen eine heftige Diskussion über den unfreiwilligen Abzug der Bundeswehr-Fahrzeuge ausgebrochen. CDU-Fraktionschef Stefan Weber forderte bereits am Wochenende die Stadt auf, ihre Zusammenarbeit mit den Organisatoren zu überdenken, die einen Mangel an Professionalität gezeigt hätten.

Am Montag legte die Junge Union nach. Die Organisatoren hätten „linken Bedenkenträgern in die Hände gespielt“. Als „respektlos“ bezeichnet FDP-Chef Jörg Berens die Abzug-Forderung. „In den USA wäre wahrscheinlich eher das Stadtfest abgesagt worden, als der Armee vorzuschreiben, wie und was sie auf einem Stand zu präsentieren hat.“

Fotostrecke: Stadtfest "Münster mittendrin" am Samstagnachmittag

Verständnis für die Entscheidung der Veranstalter kommt hingegen aus dem linken Parteienspektrum. „Diese Bundeswehr-Fahrzeuge sind kein Spielzeug und auch keine Attraktion für ein Stadtfest“, betont der SPD-Fraktionsvorsitzende Michael Jung. Die Entscheidung der Veranstalter sei daher richtig gewesen. Und Linken-Fraktionssprecher Rüdiger Sagel meint, dass „durch die Werbeaktion der Bundeswehr mit gepanzerten Fahrzeugen“ der Charakter des Stadtfestes und der Friedensstadt ins Gegenteil verkehrt worden sei.

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