Mo., 06.05.2013

Der Bildschirm wird ihnen zu klein Erfolg des Münster-„Tatorts“ lässt Leinwand-Pläne reifen / Jan Josef Liefers bestätigt Überlegungen

Die „Tatort“-Kriminalisten Axel Prahl (l.) und Jan Josef Liefers gehören zu Münster wie die sie flankierende Diözesanbibliothek zur Überwasserkirche. Dennoch schließt auch Liefers ein Ende des Münster-Krimis nicht aus.

Die „Tatort“-Kriminalisten Axel Prahl (l.) und Jan Josef Liefers gehören zu Münster wie die sie flankierende Diözesanbibliothek zur Überwasserkirche. Dennoch schließt auch Liefers ein Ende des Münster-Krimis nicht aus. Foto: dpa

Haben Sie eine Katze?“ Jan Josef Liefers sucht mit dieser Frage Rat. Er hat eine – und die düngt just in dem Moment die zarten Rosen im heimischen Garten, als er telefoniert. Dass Katzen so etwas machen, dagegen ist kein Kraut gewachsen. Liefers aber ist der Mieze nicht etwa mit detektivischem Spürsinn auf die Schliche gekommen, sondern weil er endlich mal zu Hause in Berlin ist. „Der neue Münster-,Tatort’ ist im Kasten. Er ist im Herbst zu sehen“, sagt Liefers zufrieden. In der vorigen Woche sind die letzten Szenen im Landesmuseum für Kunst und Kultur gedreht worden.

Von unseremRedaktionsmitgliedRalf Repöhler

Diesmal steht der von Liefers verkörperte Prof. Boerne unter Mordverdacht. „Die chinesische Prinzessin“, so der Titel, soll er getötet haben. Zumindest wird die Leiche der Künstlerin in der münsterischen Rechtsmedizin gefunden. Und neben ihr liegt der Herr Professor, dem das Lachen vergehen dürfte.

„Nein, die Münster-,Tatorte’ sind nicht klamaukiger als früher“, sagt Liefers. Der Fall „Das Wunder von Wolbeck“ hatte diese ernste Kritik einstecken müssen; die Geschichte wurde als zu albern abgestempelt. „Vielleicht haben die Zuschauer diesen Eindruck, weil sie schon einige Folgen gesehen haben und jeder Fall ein Krimi-Spaß ist“, sagt Liefers. Eine wirklich gute Kriminalkomödie zu schreiben, sei nun mal die Königsdisziplin.

12,8 Millionen sahen den jüngsten Münster-Fall mit Schlagersänger Roland Kaiser im März. Damit holte sich „Summ, Summ, Summ“ den Platz als quotenstärkster „Tatort“ seit 20 Jahren von Til Schweiger, dem neuen NDR-Ermittler, zurück.

Der Erfolg lässt große Pläne reifen. So bestätigt Liefers Überlegungen, den Münster- „Tatort“ als Kinofilm auf die Leinwand zu bringen – so wie es Götz George als „Tatort“-Kommissar Horst Schimanski 1985 mit „Zahn um Zahn“ und zwei Jahre darauf mit „Zabou“ tat. „Bestimmte Sachen lassen sich für das Fernsehen nicht finanzieren und manche Geschichten nicht in 90 Minuten erzählen“, sagt Liefers.

Das Erfolgsduo Axel Prahl alias Kommissar Thiel und Liefers denkt auch über ein Ende des Münster-„Tatorts“ nach. Prahl hatte im März ausgeplaudert, dass die Verträge bis 2014 laufen – und über einen „würdigen Abschied“ gesprochen. Auch Liefers schließt ein Ende des Münster-Krimis nicht aus. „Das passiert nicht heute oder morgen, aber es muss irgendwann geschehen.“ Beide seien sich einig, dass der Haltbarkeitswert irgendwann erreicht sei. „Wir wollen diesen Punkt erwischen und nicht mit einem toten Gaul über die Ziellinie reiten“, sagt Liefers.

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