Di., 19.04.2016

Cornelia Kalkhoff und Nathalie Arun in der Torhaus-Galerie Zwischen Wunsch und Illusionen

Das Künstlerinnenduo (v.l.) Cornelia Kalkhoff und Nathalie Arun haben in der Torhaus-Galerie eine raumgreifende Arbeit zum Thema „Selbstbestimmt leben als Frau“ erstellt.

Das Künstlerinnenduo (v.l.) Cornelia Kalkhoff und Nathalie Arun haben in der Torhaus-Galerie eine raumgreifende Arbeit zum Thema „Selbstbestimmt leben als Frau“ erstellt. Foto: Gerhard H. Kock

Münster - 

„Selbstbestimmt leben“ – ein Traum. Wie die Wirklichkeit bei Frauen aussieht, davon erzählt die Ausstellung des Künstlerinnenduos „Erdengoldkunstwerk“ beim Stadtheimatbund im Torhaus.

Von Gerhard H. Kock

„Nach der Trennung von meinem Partner habe ich zu meinem Selbstbewusstsein gefunden.“ Sagt die eine. Und die andere: „Mein Mann lässt mir alle Freiheiten der Welt.“ Selbstbestimmung und Freiheit sind die zentralen Begriffe unserer westlichen Gesellschaft. Wie breit das Spek­trum dieser Haltung, dieses Freiraumes sein kann, zeigt das Ausstellungsprojekt „Ein Schirm für Münsteraner Frauen“ des KünstlerinnenduosErdengoldkunstwerk “ in der Torhaus-Galerie.

Nathalie Arun und Cornelia Kalkhoff haben in Zusammenarbeit mit der Stiftung „Fair für Frauen – Frauenstiftung Münster “ ein Projekt umgesetzt, in dem sie sich mit 55 Frauen zum Thema „Selbstbestimmt leben“ unterhalten haben. Mädchen, Frauen, Senioren, Greise – jedes Alter ist dabei. Für jede gibt es ein Blatt mit einem gezeichneten Porträt und Botschaften, die oft in Gold geschrieben sind. Arun: „Wir interessieren uns für das Brüchige, Angegriffene, Verletzte. Wir versuchen das Thema auf ein wertschätzendes, angeleuchtetes Niveau zu bringen.“

Es ist die Spannweite der Äußerungen, die die raumgreifende Wandarbeit aufschlussreich werden lassen kann. „Selbstbestimmt sein ist der größte Luxus“, heißt es sehnsuchtsvoll. Und „Ich lebe Mamas Traum“ klingt desillusioniert. Bei einer Kolumbianerin steht geschrieben: „von einem warmen Land in ein kaltes Land. Das war ein Schock.“ Von einer quirligen sozialen Gesellschaft in ein Ehefrauen-Dasein in Ennigerloh. Kalkhoff und Arun haben viele solcher Geschichten gehört und künstlerisch zu Papier gebracht. Wünsche an die Welt, Ansprüche gegen sich selbst – das Thema kommt mit seinen Spannungen zum Tragen: „Es gibt so viele Erwartungen an mich, und ich versuche, sie alle zu erfüllen. Aber was will ich davon eigentlich wirklich selber?“

Die Frauenstiftung, die im nächsten Jahr seit zehn Jahren besteht, will Frauen auf ihrem Weg unterstützen. Dabei zeigt die Arbeit der Künstlerinnen auch, wie schwierig das ist. Arun: „So verschieden die Frauen sind, so unterschiedlicher Unterstützung bedürfen sie.“

Indes, es gibt auch das Gelungene: „Ich bin 87. Ich habe immer selbst bestimmt. Ich bin Lehrerin.“ Wenn das kein Statement ist.

Zum Thema

Zur Eröffnung der Ausstellung am Sonntag (24. April) um 11 Uhr in der Torhaus-Galerie, Neutor 1, wird neben den Künstlerinnen die Vorsitzende der Frauenstiftung, Marianne Hopmann, erwartet. 

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