Mi., 08.03.2017

Stadtheimatbund sucht für das neue „Spiel um den Frieden – Vivat Pax“ Laien-Darsteller Ein bisschen Oberammergau

Auf dem Platz des Westfälischen Friedens wollen (v.l.) Ursula Warnke und Heinz Heidbrink (Stadtheimatbund) sowie Markus Kopf, Manfred Kaderk und Hans-Peter Boer ein neues „Historienspiel 1648“ auf die Beine stellen.

Auf dem Platz des Westfälischen Friedens wollen (v.l.) Ursula Warnke und Heinz Heidbrink (Stadtheimatbund) sowie Markus Kopf, Manfred Kaderk und Hans-Peter Boer ein neues „Historienspiel 1648“ auf die Beine stellen. Foto: Gerhard H. Kock

Münster - 

„Wie holt man Geschichte ins Heute, ohne mit dem Holzhammer modernistisch zu werden?“ Diese Frage umtreibt ein Trio für den Stadtheimatbund.

Von Gerhard H. Kock

Nicht nur Regisseur Markus Kopf, sondern mit ihm auch Autor Hans-Peter Boer und Bühnenbildner Manfred Kaderk. Für den Stadtheimatbund produziert das Trio ein neues Historienspiel zum Westfälischen Frieden. Im Oktober ist die Uraufführung. Jetzt sind die Münsteraner dran: Es werden Mitspieler gesucht.

Neue Perspektive

Beim bisherigen Friedensspiel von Martin Holland standen jahrzehntelang die Friedensreiter im Mittelpunkt. Das neue Historienspiel dreht die Perspektive um. Boer: „Mir kommt es darauf an, in einem szenischen Spiel zumindest in Ansätzen die Situation zu erfassen, in der sich Stadt und Münsterland um 1648 befanden. Was bedeuten 30 Jahre Krieg? Was haben sie den Menschen gebracht?“

Zeitreise ins 17. Jahrhundert

Der Zuschauer soll hinter dem historischen Rathaus das tägliche Treiben eines Marktes im 17. Jahrhundert erleben, in dem die unterschiedlichen Stände (Bauern, Marktfrauen, vom Krieg gezeichnete Soldaten) aus ihrer Erfahrung und ihrem Blickwinkel die Zeit der Konferenz reflektieren und diskutieren: die Wucherpreise für Brot und Miete, die diplomatischen Eitelkeiten.

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Eine fahrende Schauspieltruppe wird zudem die Szene betreten und ein „Spiel vom Leben und Tod“ aufführen. Die Texte werden historisch sein – „hochdeutsch mit niederdeutschen Streifen“, so Boer, der bei seinen Recherchen auf die „Kulturgeschichte des Westfälischen Friedenskongresses“ des Historikers Helmut Lahrkamp sowie Gedichte und Lieder jener Zeit zurückgreift. Das Stück fußt also auf wissenschaftlichen Erkenntnissen.

16 Sprechrollen und 15 weitere Darsteller

Für die Inszenierung stellt sich Markus Kopf (2000 bis 2012 künstlerischer Leiter am Theater Münster) eine „historische Revue“ vor: intelligente Unterhaltung. Oder wie es Kaderk formuliert: „Pralles Theater, das sinnlich sein soll“. Es wird Masken geben und eine „Brettlbühne“. Das Ensemble soll aus 16 sprechenden plus 15 mitagierenden Laien-Darstellern bestehen, die nun gesucht werden – ein bisschen Oberammergau.

Fotostrecke: Historienspiel 1648

Aufgeführt werden soll das Spiel künftig an einem festen Termin: dem Samstag vor dem 25. Oktober jeweils um 12 und 16.48 Uhr. Ermöglicht wird das neue Spiel durch einen städtischen Zuschuss in Höhe von 10 000 Euro für die Jahre 2017 bis 2019 und die Förderung durch die NRW-Stiftung zu den Sachkosten in Höhe von 4500 Euro (einmalig). Es werden aber noch Sponsoren gesucht.

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Wer bei dem Friedensspiel mitmachen möchte, sollte sich bis zum 7. April beim Stadtheimatbund melden:  98 11 39 78 oder info@stadtheimatbund-muenster.de

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