Do., 01.12.2016

Der Nikolaus der Postsenioren Mit Mitra, Bart und Bischofsstab

Als Nikolaus trägt Klaus Brößkamp bei der Adventsfeier eine Mitra, die einst seine Mutter geschneidert hat.  

Als Nikolaus trägt Klaus Brößkamp bei der Adventsfeier eine Mitra, die einst seine Mutter geschneidert hat.   Foto: Matthias Ahlke

Münster - 

Alle Jahre wieder: Klaus Brößkamp erfreut am 6. Dezember die Postsenioren als Nikolaus. In diesem Jahr ist es die 40. Adventsfeier, die in der Gaststätte „Zur Post“ in Nienberge stattfindet.

Von Maria Meik

Am 6. Dezember ist Nikolaus. Dann hat Klaus Brößkamp nicht nur Namenstag, sondern auch einen ehrwürdigen Auftritt. Seit 35 Jahren schlüpft er in die Rolle des Bischofs von Myra, erzählt die Legende rund um den heiligen Mann und erfreut als Nikolaus eine ganz besondere Gesellschaft: die Postsenioren. Stempel drauf – die Adventsfeiern im Hotel „Zur Post“ in Nienberge haben Stil und Tradition.

Klaus Brößkamp zieht sie alle Jahre wieder mit Bravour durch, wie auch die weiteren Veranstaltungen, die Postsenioren Gemeinschaft erleben lassen. Sein Auftritt am Dienstag als Nikolaus geht natürlich ohne Rute über die Bühne. „Das sind alles ganz liebe Menschen“, sagt der Postamtmann im Ruhestand.

Klaus Brößkamp tritt seit 35 Jahren als Nikolaus auf.

Klaus Brößkamp tritt seit 35 Jahren als Nikolaus auf. Foto: mm

Die Adventsfeier findet zum 40. Mal statt. Rund 80 Senioren und deren Angehörige können sich auf ein unterhaltsames Programm mit Musik sowie humorvollen und besinnlichen Beiträgen freuen. Moderatoren sind Klaus Brößkamp und Leo Warnke, die das Seniorenorchester und den Männerchor „Postalia“ begrüßen.

Bröskamp ist Sprecher des Seniorenbeirates Post Münster. Die Stiftung Betreuungswerk Post/Postbank/Telekom unterstützt finanziell die Seniorenarbeit. Bei Aktivitäten wie Festen, Feiern und Veranstaltungen soll den ehemaligen Beschäftigten der Deutschen Bundespost, deren Angehörigen und der Nachfolgeunternehmen die Möglichkeit geboten werden, Einsamkeit im Alter erst gar nicht hochkommen zu lassen und so „Hilfe zur Selbsthilfe“ zu geben.

„Wir bieten den Ehemaligen Unterstützung im Alter an und möchten die Kontakte untereinander fördern und erhalten“, sagt der 77-Jährige. Die Stiftung Betreuungswerk – es gibt 531 Seniorenbeiräte – bietet den Postbeamten Unterstützung bis ans Lebensende. Rund 200 Senioren fühlt sich der Seniorenbeirat Post Münster verpflichtet, der der Regionalstelle in Hannover angeschlossen ist.

Klaus Brößkamp managt attraktive Fahrten und Ausflüge. Er organisiert Besuchsdienste, die ältere und kranke Postler mit Aufmerksamkeiten erfreuen. Zudem arbeitet er an den Ausgaben der „Seniorenpost“ mit. Jeden ersten Dienstag im Monat wird zu einem Themenabend im Pfarrsaal St. Margareta eingeladen.

Nach 41 Dienstjahren bei der Post ging Klaus Brößkamp in den Ruhestand. Der Sohn eines Orthopädiemechanikers und einer Schneiderin und Hutmacherin ist Münsteraner. Bei der Evakuierung verschlug es die Familie 1945 in den Kreis Warendorf, wo der „Nikolaus“ eine Bäckerlehre machte.

Doch er kann nicht nur Brötchen backen, sondern weiß auch, wie die Post abgeht. 1958 startete er bei der Deutschen Bundespost in Münster und durchlief sämtliche Bereiche des Postwesens. Fünf Jahre war er im Briefzentrum Greven in der Abteilung Verkehr tätig, wo sein Augenmerk der Anordnung von Plätzen für Briefkästen in Münster und der Leitregion galt. 48155 lautet die Postleitzahl des Viertels, in dem sich der zweifache Vater und fünffache Großvater wohlfühlt. In der früheren St.-Elisabeth-Kirche hat er seine Mechthild geheiratet.

Ob er ihr viele Liebesbriefe geschrieben hat? Antwort: „Das war nicht nötig. Sie war immer in meiner Sichtweite.“

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